Georgien feiert in Leipzig Auftakt zum Literaturprogramm 2018

Leipziger Buchmesse,

Pressekonferenz 15.03.2018, Georgien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 zu Gast auf der Leipziger Buchmesse 2018. Von links nach rechts: Elguja Khokrishvili, georgischer Botschafter in Deutschland, Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien, Leiter des Ehrengast-Projektes, Medea Metreveli, Direktorin National Book Center, Nino Haratischwili, Autorin und Dramatikerin und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. / Foto: © Georgia Made by Characters

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse stellt neue Bücher und Autorinnen und Autoren aus Georgien vor

„Georgia – Made by Characters“ lautet das Motto des diesjährigen Ehrengasts der Frankfurter Buchmesse (10. – 14. Oktober 2018). In Leipzig feiert Georgien nun den Auftakt seines Literaturprogramms 2018 und stellt einige seiner Charaktere vor – mit 22 georgischen Autorinnen und Autoren und 22 neu übersetzten georgischen Büchern in deutscher Sprache sowie rund 40 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt Leipzig. Organisiert wird das Programm vom Georgian National Book Center (GNBC) mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Sport Georgiens, der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie deutschen und georgischen Verlagen. In den kommenden Monaten erwarten Literaturinteressierte rund 150 Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum – darunter Vorträge und Lesungen von Belletristik und Sachliteratur, Lyrik und Prosa, die einen Eindruck von den vielen Facetten der georgischen Literatur vermitteln. Auf einer Pressekonferenz präsentierten heute die Organisatoren die aktuellen Neuerscheinungen sowie das umfassende Frühjahrsprogramm in Städten wie Köln, Leipzig, Berlin, Frankfurt, Halle, Wien und Salzburg.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Ehrengast Georgien unter dem Motto ‚Georgia – Made by Characters‘ hier in Leipzig den Auftakt zu seinem Literatur- und Kulturjahr feiert. Georgien markiert eine Grenze zwischen Europa und Asien, es liegt auf den alten Handelswegen zwischen Nord und Süd und somit im Zentrum eines langen und kontinuierlichen Austauschs. Gleichzeitig hat sich hier eine reiche Sprache und einzigartige Kultur erhalten, die für Generationen von Autorinnen und Autoren identitätsstiftend und inspirierend sind. Die Ehrengastpräsentation Georgiens wird von einer Vielzahl von Neuerscheinungen begleitet und hier in Leipzig sind junge literarische Talente zu entdecken, die sich in einer großen Tradition sehen. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, welche ‚Characters‘ unsere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt begeistern werden“, sagte Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse. 

„Durch die Literatur und die Begegnungen mit unseren Autorinnen und Autoren möchten wir den Menschen im deutschsprachigen Raum unser Land vorstellen, in dem seit Jahrhunderten zahlreiche Kulturen zusammenleben“, so Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts. „Mit den georgischen ‚Characters‘ präsentieren wir nicht nur die Buchstaben unseres einzigartigen Alphabets, das zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zählt und die Individualität und Identität unserer Nation symbolisiert, sondern auch die Autorinnen und Autoren, die ihre Geschichten in dieser Schrift festhalten und die die Vielfalt des Landes und seiner Literaturszene widerspiegeln. Wir freuen uns, dass im Frühling schon so viele interessante Persönlichkeiten als Botschafter der georgischen Kultur und Literatur nach Deutschland kommen“, so Giorgadze weiter. 

Georgische Autorinnen und Autoren stellen sich vor

Mit der Leipziger Buchmesse starten georgische Autorinnen und Autoren ihre Tour durch den deutschsprachigen Raum, um ihre neuen Bücher vorzustellen, so auch Aka Morchiladze, einer der berühmtesten Autoren zeitgenössischer georgischer Literatur. Von dem in London lebenden Schriftsteller, der über 30 Werke veröffentlichte, erscheinen gleich zwei Bücher in deutscher Sprache: „Santa Esperanza“ sowie „Reise nach Karabach“. Neben seinen Auftritten rund um die Leipziger Buchmesse liest er auch in Berlin, Halle und Frankfurt.
     Lasha Bugadze, der wegen seiner scharfen Satire zu sozial-politischen Themen stets im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht, stellt sein im vergangenen Herbst erschienenes Buch „LUCRECIA515“ nach Leipzig auch am 24. März in Köln vor.
     Mit Ekaterine Togonidze ist eine Schriftstellerin vor Ort, die seit über fünf Jahren Georgiens Literaturlandschaft prägt. In ihren Romanen beschäftigt sie sich mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie mit der gesellschaftlichen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Ihr aktuelles Buch „Einsame Schwestern“ präsentiert sie nicht nur in Leipzig, sondern auch in Berlin, Wien und in Salzburg.
     Lewan Berdsenischwili, ehemaliger Direktor der Georgischen Nationalbibliothek und Dozent für antike Literatur an der Universität Tiflis, wird ebenfalls auf die Leipziger Buchmesse kommen. In seinem Buch „Heiliges Dunkel – Die letzten Tage des Gulag“ erzählt er von seiner Zeit als politischer Häftling. Von 1984 bis 1987 war er wegen „antisowjetischer Agitation und Propaganda“ in einem Gefangenenlager inhaftiert.
     Dato Barbakadze stellt in Leipzig sein neues Buch „Das Gebet“ vor.
     Daneben ist Nino Haratischwili, die in Deutschland lebende Autorin und Dramaturgin, als Botschafterin für die georgische Kultur vor Ort:

„Georgische Autoren, Filmemacher, Musiker etc. haben es geschafft, Georgien zurück auf die europäische Kulturlandkarte zu rücken und auf sich aufmerksam zu machen“, erklärte sie. „Der Gastlandauftritt 2018 ist der größte Beweis hierfür. Umso wichtiger ist es, diese Chance richtig zu nutzen – sich offen und ehrlich zu zeigen, nichts zu kaschieren, im Gegenteil – all die ambivalenten, brüchigen Geschichten zu erzählen, die uns dem europäischen Publikum nahe bringen. Denn die Verbindungen sind selten in der Gradlinigkeit und Perfektion zu suchen, sondern in der menschlichen Ambivalenz, die jedes politische, soziale, geschichtliche Narrativ aufweist.“ 

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Darüber hinaus werden folgende Autorinnen und Autoren in Leipzig anwesend sein: Rati Amaglobeli, Diana Anphimiadi, Luka Bakanidze, Zaza Burchuladze, Kote Dschandieri, Rewas Gatschetschiladse, Nato Ingorokva, Nika Jorjaneli, Zurab Karumidze, Besik Kharanauli, Bondo Matsaberidze, Zurab Rtveliaschwili, Nino Sadghobelaschwili sowie Irma Schiolaschwili. Als Kooperation zweier Ehrengastländer der Frankfurter Buchmesse werden Aleko Shugladze und Beso Khvedelidze ihre Bücher zusammen mit zwei norwegischen Autoren vor deutschen Verlegern vorstellen. 

Neben der Leipziger Buchmesse sind georgische Schriftsteller bis zum Herbst auf zahlreichen Lesefesten und Literaturfestivals präsent, darunter die lit.COLOGNE, das internationale literaturfestival berlin, Poetry on the Road in Bremen, das Harbour Front Literaturfestival in Hamburg, das Bad Berleburger Literaturpflaster, die lit.RUHR, das Literaturfest München sowie die Literaturtage Zofingen. 


Neue Bücher – so vielfältig wie das Land 

In den Neuerscheinungen spiegelt sich die ganze Vielfalt des Landes zwischen der traditionsreichen Kulturnation, der sowjetischen Besatzung und der Unabhängigkeit wider. Die Palette reicht von der großen Liebesgeschichte (Zurab Karumidze – Dagny oder Ein Fest der Liebe) bis zu der übermütigen Karikatur auf das sowjetische System in seiner Endphase (Reso Tscheischwili – Die Himmelblauen Berge), vom Märchensammelband (Der König, der nicht lachen konnte) über die Lyrikanthologie (Kartoffelernte) bis zur historischen Enzyklopädie (Rewas Gatschetschiladse – Georgien im weltpolitischen Kontext). Mit Avelum und Der Korb von Otar Tschiladse wird ein georgischer Klassiker übersetzt. Schließlich wird mit der neuen Prosaversion von Shota Rustawelis „Der Recke im Tigerfell“ eines der wichtigsten literarischen Monumente des 12. Jahrhunderts nacherzählt. 

„Was ist georgische Literatur? Die Literatur eines kleinen Volkes, das der Welt so viel zu erzählen hat“, erklärt Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center (GNBC). „Eine Literatur mit einer langen Tradition, einer großen Vielfalt, offen für Innovationen und zugleich autark. Eine Literatur, die auf den Erfahrungen vieler Jahrhunderte basiert und sich Schritt für Schritt neben der modernen Weltliteratur entwickelt hat. Mit anderen Worten, diese Literatur gibt uns ein klares Bild vom Charakter der Nation, die sie produziert. Wir freuen uns, mit 60 deutschsprachigen Verlegern zusammenarbeiten zu können, um Interesse an der georgischen Literatur, unseren Geschichten und natürlich an unseren Autorinnen und Autoren zu wecken. Zwischen 2011 und 2017 sind bereits 65 Bücher in deutscher Sprache erschienen – 2018 kommen noch einmal rund 60 neue deutsche Übersetzungen dazu – eine wunderbare Möglichkeit, unser literarisches Erbe im deutschsprachigen Raum zu präsentieren.“ 

Kunst und Kultur – Made by Characters 

Dank des umfangreichen Rahmenprogramms mit Ausstellungen, Musik-, Theater- oder Filmvorführungen wird die ganze Bandbreite des Kulturlandes Georgien in diesem Jahr in Deutschland erlebbar: Das Programm vereinigt das Beste aus Urgeschichte, antiker und zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Typografie und Illustration – etwa eine Ausstellung zu den Überresten der 1,8 Millionen Jahre alten Dmanisi-Menschen sowie eine Schau mit archäologischen Funden und antiken Kunstwerken rund um den Mythos der Argonauten. 

Den Stand des Georgian National Book Center auf der Leipziger Buchmesse finden Sie in Halle 4 Stand D309

– Frankfurter Buchmesse, Pressemitteilung –
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