Literaturlexikon: Troubadoure

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Inhaltsverzeichnis:

Trobadordichtung und ihre Historie
> Die Trobadordichtung unter literaturwissenschaftlichem Aspekt

Trouvèredichtung und ihre Historie
> Die Trouvèredichtung unter literaturwissenschaftlichem Aspekt

> Gegenüberstellung von Trobador- und Trouvèredichtung
> Troubadoure in der Übersicht (alphabetisch geordnet, Auswahl)

Einzelnachweise

Kleine Innovation, große Wirkung

Bis heute üben mittelalterliche fahrende Spielleute eine Faszination aus. In Deutschland sind es die Minnesänger, in Frankreich die Troubadoure. Den Anfang der Troubadoure macht Wilhelm IX. aus Aquitanien. Vermutlich hat die Einführung des vierzeiligen Liniensystems mit Terzabstand in der Musik für die Entwicklung der Troubadoure beigetragen. Bis zur Einführung im 11. Jahrhundert kann das musizieren nur durch das Gehör erlernt werden.1
     Trobadordichtung ist nicht gleich Trobadordichtung, im Norden Frankreichs entwickelt sich eine andere Trobadorkultur als im Süden, Adlige haben häufig eine andere Absicht mit ihrer Dichtung als Kaufleute und gemeine Bürger. Die Unterschiede werden im folgenden historisch und literaturwissenschaftlich beleuchtet.

Wie in der Einleitung schon angedeutet, handelt es sich bei den Troubadouren um Dichter aus dem Mittelalter, vorwiegend Hochmittelalter, also um das 12. und 13. Jahrhundert. Sie alle sind Dichter und Komponisten zugleich. Zudem unterscheidet man grob zwischen Trobador- und Trouvèredichtung. Ungefähr sind 450 Troubadoure und 200 Trouvères namentlich bekannt. Fast alle sind adliger Abstammung,2aa der Großteil von ihnen stammt aus Frankreich, einige wenige stammen aber aus Italien und Spanien, es sind derzeit 25 Italiener und 15 Katalanen bekannt.3aa Die vidas“ (handschriftliche Überlieferung einzelner Lieder) enthalten häufig Biografien des Dichters, zuweilen sind razos“ (Gedichtkommentare) und ein anekdotischer Abriss über die Entstehung des Gedichts / Liedes darin zu finden. Da etliche von ihnen aber fiktiver Natur sind, kann man sich auf diese Angaben nicht verlassen. Im 13. Jahrhundert kommen die chansonniers“ (Sammelhandschriften) auf. In etwa sind 40 „chansonniers“ von den Troubadouren und 30 von den Trouvères erhalten. Diese enthalten insgesamt etwa 2.500 Trobador- und 30 Trouvèrelieder.2ba
     Einige Kompositionen sind komplex. Diese werden von den Dichtern zunächst auf Wachstafeln geschrieben, um mögliche Korrekturen vornehmen zu können, im letzten Schritt werden Text und Melodie auf Pergament festgehalten, vor allem dann, wenn diese von beruflichen Spielleuten vorgetragen werden sollen.2ab
    
Die Autoren verstehen sich weniger als Künstler im heutigen Sinne, vielmehr vertreten sie die Auffassung, dass sie die Gedichte „finden“, daher auch die Bezeichnung Troubadour, abgeleitet von dem okzitanischen „trobar“ bzw. vom altfranzösischen „trouvèr“, dass sich wiederum ableiten lässt aus dem lateinischen „tropare“ (mittellateinisch). Autoren begreifen ihr Können in erster Linie als Kunsthandwerk, sind häufig Interpreten ihrer eigenen Werke, sofern sie nicht einen Spielmann engagiert haben. Inhaltlich dreht sich vieles um die höfische Liebe (okzitanisch „fin`amors“, altfranzösisch bone amor“).2ca Und auch im Mittelalter kennt man amor de lonh“, die Fernliebe, Jaufre Rudel ist einer derjenigen, der es zum Thema macht.3ab Ihr Publikum sind die Aristokraten, Ritterhöfe wie in Aquitanien, Gascogne, Champagne (Provence im Süden) und Flandern.2ac
    
Trotz der groben Unterscheidung gibt es zwischen diesen beiden Dichtungen etliche Gemeinsamkeiten. Für den Überblick wird zunächst die Trobadordichtung beschrieben um dann auf die Trouvèredichtung zurückzukommen, anschließend gibt es eine kurze Gegenüberstellung der beiden Dichtungen und zum Schluss werden einige Troubadoure namentlich genannt.

Trobadordichtung und ihre Historie

Der Auftakt der Troubadoure wird von Wilhelm IX. in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts vollzogen. Ihm folgen Jaufré Rudel, Cercamon und Marcabru.2ad
     Bis auf wenige Ausnahmen werden die Troubadoure von einzelnen Ritterhöfen unterstützt, man bezeichnet die Unterstützer als Mäzen. Ausnahmen bilden jene, die über ausreichendem Vermögen verfügen und selber zu Troubadouren werden, dazu gehört unter anderem Wilhelm IX.

Mit dem Aufschwung der Stadtkultur schließen sich im Norden Frankreichs (dazu gehört auch Flandern) den Troubadouren Bürger aus weiteren sozialen Schichten wie Geistliche, Kaufleute, Beamte und Handwerker an. Bürger gründen in den reichen Handelsstädten confréries“ (literarische Vereinigungen), wie etwa den Puy von Arras. In den „confréries“ werden Sängerwettbewerbe ausgetragen, hauptsächlich dienen sie aber der Legitimation ihres sozialen Aufstieges, durch Nachahmung der Aristokratie erhofft man sich Anerkennung.2ae 
    Auch einige Frauen sind als Troubadoure unterwegs. Die adligen Frauen werden als trobairitz“ bezeichnet; zu nennen sind: Azalaïs, Castelosa, Cometessa de Dia, Maria de Ventadorn.2bb

In Südfrankreich erreicht die Trobadordichtung zwischen 1140 und 1250 eine Blütezeit. Die Trobadordichtung ist maßgebend, alle weiteren literarischen Aktivitäten wie in etwa der Flamenca-Roman und Jaufre-Roman bilden lediglich eine untergeordnete Rolle. Zu dieser Zeit gehören folgende Troubadoure an: Bernart de Ventadorn, Raimbaut d`Aurenga, Giraut de Bornelh, Arnaut Daniel und Peire Vidal.2da
    Die letzte Periode der Trobadordichtung ist in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts anzutreffen. Der Niedergang geht mit den Auseinandersetzungen gegen die Albigenser einher.2ea

Nach dem Sieg über die Albigenser verliert Südfrankreich seine politische Selbstständigkeit, der Untergang der okzitanischen Kultur ist besiegelt.2fa Der letzte Troubadour im okzitanischen Sprachraum ist Guiraut Riquier.3ac

Den größten Anteil in der Trobadordichtung macht die canso“, das klassische höfische Liebeslied mit etwa 40% aus.2bc

Die Trobadordichtung unter literaturwissenschaftlichem Aspekt

Üblich ist, dass der Dichter, sofern er sich in seinem Text zu erkennen gibt, mit einem senhal“ (Versteckname, man kann es mit Pseudonymen vergleichen) sich gegenüber der Dame bzw. Mäzen outet.2bd 

Der metrische Aufbau ähnelt sich: Der Aufgesang besteht aus zwei Stollen (2 Teile), der Abgesang wird je nach Gattung gestaltet, der tornado“ (Schluss) beschließt die Geleitstrophe, eventuell gibt der Dichter sein „senhal“ bekannt, er wendet sich jedenfalls hierbei an seine Adressaten, dass entweder aus einer einzigen Person – meist Dame – bestehen kann oder der Hofstaat.2be 
    Insgesamt gibt es drei Stilrichtungen: trobar clus“ ist eine dunkle, geschlossene hermetische Dichtung, bei Marcabru und Raimbaut d`Aurenga sind sie anzutreffen; trobar leu“ ist eine leichte und verständliche Dichtung, sie verzichtet auf virtuose Verskonstruktionen, diese Stilrichtung findet man bei Bernat de Ventadorn und Giraut de Bornelh; trobar ric“ ist zwischen „trobar clus“ und „trobar leu“ einzuordnen, Arnaut Daniel ist ein Vertreter davon.2fb

Beispiel für „trobar clus“:
Marcabru: Bel mes quan li fruch madur

Beispiel für „trobar leu“:
Bernat de Venatadorn: Can lerba fresch

Beispiel für „trobar ric“:
Arnaut Daniel: Lo ferm voler quel cor mintra

Formal unterscheidet man ebenfalls zwischen drei Merkmalen: cobla“ (Strophe), das Gedicht besteht lediglich aus einer Strophe; im descort“ weisen alle Strophen dieselben metrischen Merkmale auf und im anti-descort“ haben alle Strophen unterschiedliche metrische Merkmale.2bf 

Wie schon erwähnt, gliedert sich die Trobadordichtung in verschiedene Gattungen auf:

joc-partit“, Partimen, Dialog- 2bg oder auch Streitgedicht bzw. Tenzone 3ba genannt, hierbei werden fiktiv liebestheroetische Fragestellungen diskutiert,2bh meist ohne Ergebnis. Überliefert sind etwa 100 Partimen.3bb
tenso“, Tenzone ist von ihrem Aufbau her ein Gegensatz zu „joc-partit“, es werden hierbei über das politische Leben diskutiert, zuweilen auch über die höfische Liebe.2bi Unter Anwendung des „trobar clus“ diskutieren Guiraut de Bornelh und Raimbaut d`Aurenga miteinander. Diese „tenso“ ist die älteste aus dem Jahr 1168.3da
sirventes“, Rügelied, hierin werden die moralischen und / oder sozialen Missstände gerügt bzw. gegeißelt.2bj Ursprünglich waren es Spottreden und -lieder, die von den Dichtern im Auftrag verfasst worden sind. Beliebt ist diese Gattung vor allem im 12. Jahrhundert, das moralisch-kritische Sirventes kommt in Gebrauch. Melodie und Strophenform ähneln der „canso“, zudem bildet diese die zweithäufigste Gattung (neben „canso“).3ea
planh“, Klagelied, hierbei wird der Tod einer Persönlichkeit beweint 2bk
alba“, Tagelied, es ist eine Klage der Liebenden, die sich am Morgen trennen müssen,2bl die ihre Liebe aufgrund ihres Standesunterschieds verbergen müssen. Den Prototyp dieser Gattung stellt Guiraut de Bornelh mit „Reis gloriós“ dar.3fa

Giraut de Bornelh: Reis gloriós

pastorela“, hierbei wird die Begegnung eines Ritters mit einer Viehhüterin erzählt,2bm  wobei es darauf ankommt, welche Tiere sie hütet, da es innerhalb dessen eine Hierarchie gibt: vom Schaf bis Schwein. Diese Gattung verwenden Jean Bodel und Marcabru.3ca

Des weiteren gibt es noch Kreuzzugslied“ das zur Fahrt ins Heilige Land (gemeint ist v.a. Jerusalem) aufruft, das religiöse Lied“, dass sich häufig an die Jungfrau Maria richtet und die Romanze“, die den Frühling als Beschreibung für die Liebe verwendet.2bn
     Eine Besonderheit stellt der salut damor“ (Liebesbrief) dar, da es die einzige Gattung ist, die weder Strophen enthält noch gesungen wird.2bo  

Trouvèredichtung und ihre Historie

Die Trouvéredichtung entsteht um 1160 in der Champagne, dem gehören folgende Vertreter an: Chrétien de Troyes, Huon d`Oisy und Gace Brulé. Von dort findet sie ihre Ausstrahlung unter anderem hin zu: Artois mit Conon de Béthune und Picardie mit Blondel de Nesle. Ihre Blüte ist zwischen 1170 bis 1250.2fc Im 12. Jahrhundert entsteht die Gattung dit“, bei der nicht gesungen wird. Diese Gattung stellt zugleich den Vorboten für das Ende der Trobador- und Trouvèredichtung dar. Der wichtigste Vertreter dieser Gattung ist Rutebeuf mit „poesie personelle“.2ga
     In der Übergangszeit zwischen 1270 bis 1280 entstehen neue Formen der Dichtkunst, die auch Île-de-France mit Colin Muset erreicht. In den Übergangsstufen, sogenannte Scripta, wird das Altfranzösische zunehmend in die „Koiné“ (Gemeinsprache) überführt, „die durch das Französische der Île-de-France bestimmt sein wird.“2fd
    
Neuer und zugleich letzter Glanz verleiht der Trouvèredichtung Thibaut de Champagne und Adam de la Halle (Arras).2fe
    
Der Niedergang geht ähnlich wie bei der Trobadordichtung mit dem Krieg gegen die Albigenser einher.

Die Trouvèredichtung unter literaturwissenschaftlichem Aspekt

Kernstück der Trouvèredichtung ist „grand chant courtois“ mit einer stilisierten Haltung des „amant-poète“ gegenüber einer anonymen „dame“. Eine burleske Parodie auf „grand chant courtois“ bildet „sotte chanson“.2ha
     Ein paar Gattungen sind aus der Trobadordichtung übernommen worden, dazu gehören: „joc-partit“, „tenso“, Romanze, „pastorela“, „alba und „sirventes“,2cb letztgenanntes ist nur schwach vertreten.3eb Obgleich diese Gattungen übernommen sind, so hält man sich nicht zwangsläufig an Metrum und Stil sondern mit etwas mehr Experimentierfreudigkeit. Zugleich entstehen eigene Gattungen:

chansons de toile“,2cc zuweilen findet man auch die Bezeichnung „chanson d`histoire“,3ga hierbei wird das Warten eines Mädchens bei ihren Näharbeiten auf den Ritter besungen.2cd Die Strophen bestehen häufig aus drei bis fünf gebundenen schlichten Zehnsilbern.3gb Die steife Sprache erinnert an vorausgegangene Heldenepen.2ce  Erhalten sind anonym zehn vollständige und sieben bruchstückhafte Texte. Beim letztgenannten ist eines, dass „Bele Erembors“ von dem Literaturnobelpreisträger Paul Heyse ins Deutsche übersetzt worden.3gc
chansons de mal-mariée“, hierbei beklagt eine verheiratete Frau dem Ritter ihr Leid.2cf

Darüber hinaus entstehen verschiedene Tanzlieder wie „ballete“, „rondel“ 2cg (besteht aus meist zwei Reimen, der Refrain ist reimlos) 3ha, virelai2ch (mehrstrophiger lyrischer Text, beginnt mit einem mehrzeiligen Refrain, wird auch als „Chanson balladée“ bezeichnet) 3ia  und estampie2ci (der Rhythmus wird durch das Aufstampfen der Füße vorgegeben) 3ja. Der Refrain nimmt bei den Tanzliedern eine besondere Stellung ein.

Insgesamt ist das poésie personelle“ also ein stark subjektiver Charakter in der Trouvèredichtung deutlich ausgeprägter als in der Trobadordichtung.

Beispiele:

Blondel de Nesle:
L
amours dont sui espris

Colin Muset:
Volez o
ïr la muse muset?

Conon de Béthune:
Bien me deüsse targier

Gegenüberstellung von Trobador- und Trouvèredichtung

Trobadordichtung

Trouvèredichtung

Anmerkung

Beginn

Ende 11. Jahrhundert

um 1160

Blüte

1140 – 1250

1170 – 1250

Niedergang

Ende 13. Jahrhundert

Ende 13. Jahrhundert

Norden

Primäres Phänomen

Sekundäres Phänomen

Süden

Sekundäres Phänomen

Primäres Phänomen

Gattungen

Hohe Differenzierung

Wenige

Tanzlieder

keine

Einige Gattungen

Dialektale Merkmale

Große Einheitlichkeit

Variantenreichtum

Inhalt

Große Einheitlichkeit

Variantenreichtum

Tonlage

Große Einheitlichkeit

Variantenreichtum

Dichter (Anzahl)

450

200

namentlich bekannt

Dichter (Frauen)

ein paar namentlich bekannt

unbekannt

Sozialer Status

Aristokratie

Aristokratie

> Norden

Aus sämtlichen Schichten

unbekannt

> Süden

Aristokratie aus sämtlichen Schichten

Erhaltene Lieder

Etwa 2500

Etwa 2100

überliefert

Chansonniers

Etwa 40

Etwa 30

überliefert

Die Troubadoure stellen ein eigenes Genre, eine eigen Epoche dar. Ihre Konzeption weist eine hohe Einheitlichkeit hinsichtlich der Themenwahl, die Stilisierung der Liebe zur Vervollkommnung der Sittlichkeit, die Silbenzählung als formale Innovation sowie die Verwendung des Reims mit den jeweiligen metrischen Eigenschaften, die für die anschließende romanische Lyrik grundlegend sein wird, dar.2ia Zudem sind insgesamt etliche „Grundbausteine“ in der Dichtung gelegt worden, die vielfach später aufgenommen und weiter ausdifferenziert werden. Die Einführung des Liniensystems in der Musik ist vielleicht nicht ausschlaggebend für die Troubadoure, dennoch hat es ihre Arbeit enorm erleichtert vor allem in der teilweise sehr virtuosen Trobadordichtung, die ohne Aufzeichnung auf Wachstafeln nicht denkbar wäre oder man denke auch an die Spielleute, die ohne Schriftzeugnis ihren Auftrag hätten nicht erfüllen können.

Troubadoure in der Übersicht (alphabetisch geordnet, Auswahl)

Adam de la Halle 2ff
um 1238 – 1287/88 4aa
Trouvère 2ff
Anmerkung: Der Bucklige von Arras 4aa

Adenet le Roi 4ba
um 1240 – um 1300 4ba 
Trouvère 4ba
unterstützt vermutlich vom Königshof Paris 4ba

Aimeric de Peguilhan 4ca
gestorben: um 1228 4ca
Trobador 4ca

Stilrichtung: – sirventes
planh 4ca

Arnaut Daniel 2db 
12. / 13. Jahrhundert 4da

Trobador 2db

Stilrichtung: trobar ric 2db

unterstützt von Richard I. von England 4da

18 erhaltene Lieder 4da

Arnaut de Mareuil 4db
12. / 13. Jahrhundert 4db

Trobador 4db

unterstützt von Gräfin Azalaïs 4db

Azalaïs 2bp 
12. Jahrhundert

Trobairitz 2bp
Benoît de Sainte-Maure 5aa
12. Jahrhundert 5aa

unterstützt vermutlich von Eleonore von Aquitanien 5aa
Bernard Marti 5ba
Lebenszeit: unbekannt
unterstützt von den Söhnen von Eble von Ventadorn, der Sänger 5ba

Bernart von Ventadorn 5bb
vor 1147 – nach 1170 3ad 
Trobador 2dc
Stilrichtung: trobar leu 2dc
unterstützt von Eleonore von Aquitanien 5bb 
Anmerkungen: Blütezeit, 2dc  / Lerchen-Kanzone 3ad 

Béroul 5ab
Lebenszeit: um 1180 6a

Bertran de Born
um 1140 – vor 1250 3ae
Stilrichtung: sirventes 3ae
unterstützt von den Söhnen von Eble von Ventadorn, der Sänge

Blédhri 5ca
Lebenszeit: unbekannt
unterstützt von Wilhelm X. (von Aquitanien) 5ca

Blondel de Nesle 2fg
um 1155 – um 1210 6b
Trouvère 2fg
Anmerkung: in Picardie 2fg

Castelosa
um 1155 – um 1210
6b
Castelosa 2bq
13. Jahrhundert 6c
Trobairitz 2bq
Anmerkung: Italienierin

Cercamon 5cb
12. Jahrhundert 6d
Trobador 5cb
Stilrichtung: planh 6d
unterstützt von Wilhelm X. (von Aquitanien) 5cb

Chrétien de Troyes
1140 – 1190
Trouvère
unterstützt von Eleonore von Aquitanien / Philipp von Flandern
Anmerkung: 2 erhaltene Lieder

Colin Muset 2fh
um 1210 – um 1270 6e
Trouvère 2fh
Anmerkung: Lothringen 2fh

Cometessa de Dia 2br
um 1140 – 1212 6f
Trobairitz 2br
auch als: Beatriz de Dia

Conon de Béthune 2fi
um 1150 – 17.12.1219/1220 6g
Trouvère 2fi
Anmerkung: Artois 2fi

Eble de Ventadorn, der Sänger 5bd
nach 1086 – ? 6h
Anmerkung: Zeitgenosse von Wilhelm IX. 5bd

Gace Brulé 2fj
um 1160 – nach 1213 6i
Trouvère 2fj
Anmerkung: Aquitanien 2fj

Gaucelm Faidit 5da
vor 1185 – nach 1202 6j
unterstützt von Eleonore von Aquitanien 5da

Giraut de Bornelh 2dd
vor 1162 – nach 1199 3af
Trobador 2dd
Stilrichtung: trobar leu 2dd
Anmerkung: Blütezeit 2dd

Guilhem de Montanhagol 3ag
vor 1233 – nach 1268 3ag
Stilrichtung: Religiöses 3ag

Guiraut Riquier 2af
vor 1254 – 1292 3ah
Trobador 2af
Anmerkung: letzter Troubadour im okzitanischen Sprachraum

Guy d`Ussel 5be
vor 1195 – nach 1225 6k
Anmerkung: Austausch mit Marie von Turenne (eine Gräfin von Ventadorn) 5be

Huon de Méry 6l
um 1200 – 1250 6l
Trobador 6l

Huon d`Oisy 2fk
1145 – 1189 6mTrouvère 2fk
Anmerkung: Aquitanien 2fk

Jaufré Rudel 5ea
vor 1125 – nach 1148 3ai
Stilrichtung:
amor de
– lonh
3ai

Jean Bodel 3cb
um 1200 gelebt 3cb

Jordi de Sant Jordi 3aj
ca. 1400 – ca. 1423 3aj
Trobador 3aj
Anmerkung: Valencianer 3aj

Marcabru 2fl
vor 1130 – nach 1149 3ak
Trobador 2fl
Stilrichtung:
trobar clus 2fl

– Satiriker 3ak
unterstützt von Wilhelm X. (von Aquitanien) 5fa

Maria de Ventadorn 2bs
12. Jahrhundert
Trobairitz 2bs

Marie de France 5db
um 1130 – um 1200 4ea
Trobairitz

Marie von Turenne (eine Gräfin von Ventadorn) 5bf
unbekannt
Trobairitz 2bt
Anmerkung: Austausch mit Guy d`Ussel 5bf

Peire Cardenal 2ag
vor 1205 – nach 1272 3al
Trobador 3al
Stilrichtung: Satiriker 3al
Anmerkung: Letzte Periode 2ag

Peire Vidal 2ah
um 1175 – um 1210 4fa
Trobador 2ah
Anmerkung: Blütezeit 2ah

Philippe de Thaon 5ga
12. Jahrhundert 6n
Anmerkung: Schrieb in anglonormannischer Sprache 6n

Pierre von Blois 5ha
vor 1135 – vor 1203 6o
unterstützt von: Eleonore von Aquitanien 5ha

Pierre de Saintes 5ia
Lebenszeit: unbekannt

Raimbaut d`Aurenga 2de
vor 1147 – 1173 3am
Trobador 2de
Stilrichtung: trobar clus 2de
Anmerkung: Blütezeit 2de

Raoul von Soissons 5ja
um 1210/15 – 1270 6p
Trouvère 6p
Anmerkung: Herr in der Picardie 6p

Richard le Pélerin 5ka
Lebenszeit: unbekannt
Trouvère

Richard I., Richard Löwenherz 5la
08.09.1157 – 06.04.1199 6q
Sohn von Eleonore von Aquitanien 5la

Rigaut de Barbezieux 5dc
um 1150 – um 1215 4ga
Trobador 4ga
unterstützt von: Eleonore von Aquitanien 5dc
Anmerkung: Beziehung mit Marie von Champagne (Tochter von Eleonore von Aquitanien)

Rutebeuf 2gb
vor 1250 – um 1285 4ha
Trouvère 2gb
Stilrichtung: dit   2gb
unterstützt von: Ludwig IX. 4ha

Sordel 3an
vor 1220 – 1269 3an
Trobador 3an
Anmerkung: Italiener 3an

Thibaut de Champagne 2fm
30.05.1201 – 08.07.1253 6r
Trouvère 2fm

Thomas d`Angleterre 5ac
12. Jahrhundert 4ia

Wilhelm IX.
22.10.1071 – 10.02.1127
Anmerkungen: „Vater der Troubadoure“ / 11 erhaltene Lieder

– Magdalena Schwarz –
© read MaryRead 2017

► Ankerlichtung

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Einzelnachweise:

1: Herbert Gutschera, Joachim Maier, Jörg Thierfelder: Geschichte der Kirchen. Ein ökumenisches Sachbuch, Herder Verlag – Freiburg im Breisgau 2006 (2), S. 86

2aa, 2ab, 2ac, 2ad, 2ae, 2af, 2ag, 2ah: Karin Becker (Hg.: Jürgen Grimm): Französische Literaturgeschichte, J.B. Metzler Verlag – Stuttgart, Weimar 2006 (5), S. 49
2ba, 2bb, 2bc, 2bd, 2be, 2bf, 2bg, 2bh, 2bi, 2bj, 2bk, 2bl, 2bm, 2bn, 2bo, 2bp, 2bq, 2br, 2bs, 2bt: S. 51
2ca, 2cb, 2cc, 2cd, 2ce, 2cf, 2cg, 2ch, 2ci: S. 52
2da, 2db, 2dc, 2dd, 2de: S. 49 f.
2ea: S. 49 ff.
2fa, 2fb, 2fc, 2fd, 2fe, 2ff, 2fg, 2fh, 2fi, 2fj, 2fk, 2fl, 2fm: S. 50
2ga, 2gb: S. 53
2ha: S. 52 f.
2ia: S. 50 ff.

3aa, 3ab, 3ac, 3ad, 3ae, 3af, 3ag, 3ah, 3ai, 3aj, 3ak, 3al, 3am, 3an: Hg.: Dieter Burdorf, Christop Fasbender und Burkhard Moenninghoff: Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen, Verlag J.B. Metzler – Stuttgart – Weimar, 2007 (3); S. 783
3ba, 3bb: S. 573
3ca, 3cb: S. 575
3da: S. 758
3ea, 3eb: S. 709
3fa: S. 12
3ga, 3gb, 3gc: S. 118 f.
3ha: S. 667
3ia: S. 809
3ja: S. 211

4aa: Diether Krywalski: Knaurs Lexikon der Weltliteratur. Autoren – Werke – Sachbegriffe, Lizenzausgabe des Deutschen Bücherbundes – Stuttgart – Hamburg – München 1979, S. 14
4ba: S. 15
4ca: S.18
4da, 4db: S. 46
4ea: S. 482
4fa: S. 569
4ga: S. 625
4ha: S. 644
4ia: S. 739

5aa, 5ab, 5ac: Régine Pernoud: Königin der Troubadoure, Deutscher Taschenbuch Verlag – München 1979, S. 110
5ba, 5bb, 5bc, 5bd, 5be, 5bf: S. 105
5ca, 5cb: S. 23
5da, 5db, 5dc: S. 147
5ea: S. 46
5fa: S. 36
5ga: S. 111
5ha: S. 141
5ia: S. 82
5ja: S. 40
5ka: S. 64
5la: S. 148

6a: Wikipedia (): Béroul, zuletzt besucht am 13.08.2017
6b: Wikipedia (): Blondel de Nesle, zuletzt besucht am 13.08.2017
6c: Wikipedia italienisch (): Castelosa, zuletzt besucht am 13.08.2017
6d: Wikipedia (): Cercamon, zuletzt besucht am 13.08.2017
6e: Wikipedia französisch (): Colin Muset, zuletzt besucht am 13.08.2017
6f: Wikipedia (): Cometessa de Dia, zuletzt besucht am 13.08.2017
6g: Wikipedia (): Conon de Béthune, zuletzt besucht am 13.08.2017
6h: Wikipedia englisch (): Eble II von Ventadorn, zuletzt besucht am 13.08.2017
6i: Wikipedia (): Gace Brulé, zuletzt besucht am 13.08.2017
6j: Wikipedia (): Gaucelm Faidit, zuletzt besucht am 13.08.2017
6k: Wikipedia französisch (): Guy d`Ussel, zuletzt besucht am 13.08.2017
6l: Wikipedia französisch (): Huon de Méry, zuletzt besucht am 13.08.2017
6m: Wikipedia französisch (): Huon d`Oisy, zuletzt besucht am 13.08.2017
6n: Wikipedia (): Philippe de Thaon, zuletzt besucht am 13.08.2017
6o: Wikipedia französisch (): Pierre von Blois, zuletzt besucht am 13.08.2017
6p: Wikipedia (): Raoul von Soissons, zuletzt besucht am 13.08.2017
6q: Wikipedia (): Richard Löwenherz, zuletzt besucht am 13.08.2017
6r: Wikipedia (): Thibaut de Champagne, zuletzt besucht am 13.08.2017


Weiteres:

Literaturmagazin, read Mary Read, Strand, Meer, Liegestuhl, Buch, Lesezeit, Handy, Smartphone, GedichtGedicht:
Langbein, August Friedrich Ernst:

Zuneigung

Des Menschen Singemeister waren / Die Vögel schon im Paradies. / Der Waldgesang der luft’gen Schaaren / Klang unserm Ahnherrn wundersüß. // Das muß dir, dacht‘ er, auch gelingen! / Versuchend traf er manchen Ton; / Und so vererbte sich das Singen / Vom … mehr >
eingestellt am 04.09.2017


Allgemeine Historie:
Krieg gegen Katharer
„Reine“ und Kirche
An dieser Stelle kann lediglich in groben Zügen die Historie der Albigenser – so deren Bezeichnung in Südfrankreich ansonsten werden sie Katharer genannt – skizziert werden. Ausgangspunkt ist der Vierte Kreuzzug (1204) gegen die Orthodoxen in Konstantinopel … mehr > von Patricia Gandersheim / 01.09.2017


Nominierungen:
Shortlist Wilhelm
Raabe-Literaturpreis 2017

Im vergangenen Jahr erhielt Heinz Strunk für seinen Roman „Der goldene Handschuh“ eines der renommiertesten Literaturpreise Deutschlands. Die Preisverleihung findet am 5. November 2017 im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig statt. Gestiftet wird … mehr > von Johannes Tulpen / 28.08.2017

altfranzösischer Dichter:
Chrétien de Troyes

Frankreich, Mittelalter, Toulouse, Burg, Schloss, Dichter, Minnesänger, Troubadour,
Nachhaltige Dichtung aus dem Mittelalter
Zu den Artusromanen gehören „Erec et Enide“, „Cligès“, „Lancelot ou le chevalier de la charette“, „Ywein ou le chevalier au lion“ und der vermutlich unvollendete Roman „Perceval li Gallois ou Li contes del Graal“. Nicht von ungefähr entsteht die Artusdichtung … mehr > von Patricia Gandersheim / 02.09.2017


Literaturlexikon:
Artusdichtung

Literaturlexikon, read Mary Read, Literaturmagazin, König Arthur, Merlin, Lanyonquoit, Steintisch, Steinplatte, Netz,
Klassische kunstvolle populäre Literatur
In Cornwall soll das Schloss Tintagel gebaut worden sein, deren Ruinen man bisher nicht gefunden hat, stattdessen sind dort Überreste eines Klosters, dass zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert während der Keltenzeit erbaut wurde, gefunden worden. Ob es sich … mehr > von Magdalena Schwarz / 01.09.2017


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Roman,, Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritik, William Shakespeare,Rezension:
Atwood, Margaret:
Hexensaat

Eine dramatische Rache
Rache kann süß sein, vor allem dann, wenn man wie Felix diese minutiös planen und die Gegner mit ihren eigenen Waffen schlagen kann, ja, mehr noch, wenn es einem dabei gelingt, auch noch ein Kunstwerk zu … mehr >
von Vanessa Sturm / 18.07.2017 / Roman


Chemnitz, deutscher Schriftsteller, Kinderbuch, Jugendbuch, Tür, blaue Tür, Rose, rote Rose, pinke Rose, Lilie,Bordbuch:
Peter
Härtling

Blick hinter die Tür
Wenn man über einen Menschen sagen darf, dass er ein erfülltes Leben hatte, so kann man es über Peter Härtling ganz bestimmt behaupten. Als Sohn eines Rechtsanwalts wurde er 1933 in Chemnitz geboren, 1946 … mehr >
von Johannes Tulpen / 13.07.2017 / Nachruf

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