Kurz notiert: Demokratie ohne Opposition?

2018-04-11, Max Frisch, 11. April, read MaryRead, Literaturmagazin online, Nachrichten,

Liebe Leserin, lieber Leser,

zuweilen kann einen das Gefühl beschleichen, dass so manch eine Frage auch nach 50 Jahren noch nichts an Aktualität eingebüßt hat, so wie die Frage von Max Frisch „Demokratie ohne Opposition?“. In dieser Ausgabe wird zwar nicht die Frage von Max Frisch beantwortet, dafür bekommen Sie aber Neuigkeiten aus dem Literaturbetrieb.

INHALTSVERZEICHNIS:
LITERATURpolitikum: Börsenverein und PEN fordern Transparenz im Vorgehen gegen Mezopotamien Verlag und MiR Multimedia
RETROSPEKTIVE: Hexensaat
                               Jubiläen
KURZSTRECKE 1968er: Demokratie ohne Opposition? – Max Frisch
VORSTELLUNG: ROMANE: Aus Georgien
AUSGEZEICHNET: Lyrikpreis Orphil 2018
                               Ausschreibung: Deutscher Lesepreis 2018
TERMINE: „Das literarische Quartett“ mit Katharina Teutsch als Gast
                 Seminar: Bücher lesen – Filme lesen. Inszenierte Kinder- und Jugendliteratur in einem anderen Medium
GEDICHTET: Verratene Liebe
LITERATURFLUG: Durchs Netz


LITERATURpolitikum

Börsenverein und PEN fordern Transparenz im Vorgehen gegen Mezopotamien Verlag und MiR Multimedia

Am 8. März sind die Räume des Mezopotamien Verlags und seines Schwesterunternehmens MiR Multimedia im Auftrag des Innenministeriums von Polizei und Steuerbehörden durchsucht worden. Mehrere Lkw-Ladungen Bücher, Medien und Unterlagen wurden beschlagnahmt. Die in Neuss ansässigen Unternehmen werden verdächtigt, die in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen.

Die Vorgänge um die Beschlagnahmung des gesamten Buchbestandes des Mezopotamien Verlags sind undurchsichtig. Die dürre Erklärung des Innenministeriums erhellt den Sachverhalt nicht. Die Durchsuchung des gesamten Verlages und die lastwagenweise Beschlagnahmung der Publikationen stellen die Verhältnismäßigkeit des Vorgehens in Frage“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Das rabiate Vorgehen gegen den Verlag ließ in der Öffentlichkeit den Verdacht aufkommen, dass das Verfahren im Interesse der türkischen Regierung angestoßen wurde. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das PEN-Zentrum Deutschland fordern eine nachvollziehbare Aufklärung des Vorgehens sowie eine rasche Entscheidung des Verfahrens.

Wir fordern schnellstmögliche Aufklärung und rufen die Bundesregierung auf, den naheliegenden Verdacht, hier im Sinne der türkischen Regierung gehandelt zu haben, unverzüglich auszuräumen. Die Meinungs- und Publikationsfreiheit ist unabdingbare Grundlage unserer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft in Deutschland und verträgt nicht die geringsten Verdachtsmomente der Einschränkung“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Der Börsenverein und das PEN-Zentrum Deutschland haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Anfragen zu dem Fall erhalten. Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Mitglied des Präsidiums von PEN International:

Insbesondere auf internationaler Ebene sorgen sich Kolleginnen und Kollegen, dass es sich bei der Beschlagnahme von Büchern um einen Akt staatlicher Zensur handeln könne. Leider enthalten einige der Solidaritätsadressen, die international in Umlauf sind, offenkundig fehlerhafte Informationen über das rechtsstaatliche Procedere in Deutschland. Eine Aufklärung seitens der Behörden über die Hintergründe und den Ablauf dieser Aktion ist daher dringend geboten. Gerade, wenn das hohe Gut der freien Meinungsäußerung betroffen ist, ist besonders sorgfältig auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu achten.“

Gegen den Mezopotamien Verlag wurden vereinsrechtliche Ermittlungen eingeleitet, die Durchsuchung fand auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses statt. Dem Verlag wird laut Innenministerium vorgeworfen, „mit den von ihm vertriebenen Produkten den organisatorischen Zusammenhalt der in Deutschland verbotenen PKK zu unterstützen (Straftat gem. § 20 Abs. 1 Nr. 3 VereinsG)“. Gleichzeitig wird der Verlag verdächtigt, sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung zu richten.

– PEN-Zentrum Deutschland und Börsenvereindes Deutschen Buchhandels, Pressemitteilung –


RETROSPEKTIVE

Hexensaat

Vor einem Jahr erschien von der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood der Roman „Hexensaat“.

Theater, Gefängnis, Nebel, Herbst, kahle Äste, Impression,Roman:
Atwood, Margaret: Hexensaat
Eine dramatische Rache

Rache kann süß sein, vor allem dann, wenn man wie Felix diese minutiös planen und die Gegner mit ihren eigenen Waffen schlagen kann, ja, mehr noch, wenn es einem dabei gelingt, auch noch ein Kunstwerk zumehr >
18.07.2017

Jubiläen

Literaturgeschichte

Am 11. April 1833 wurde die Posse „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy am Theater an der Wien uraufgeführt.

Am 11. April 1978 begann das internationale Autorentreffen in Konstanz, dass vom Verband Deutscher Schriftsteller organisiert wurde. An dem Treffen, das unter dem Motto „Literatur im alemannischen Raum“ stand, nahmen ca. 100 Schriftsteller und Literaturwissenschaftler vor allem aus der BRD, Österreich, der Schweiz und Frankreich teil.

Am 11. April 2008 begannen in Berlin zum zweiten Mal die Deutsch-Israelischen Literaturtage.

Gestorben

Am 11. April 1963 starb der österreichische Dichter und Schriftsteller Franz Karl Ginzkey im Alter von 91 Jahren.

Vor 100 Jahren starb der britische Schriftsteller Francis Henry Durbridge im Alter von 85 Jahren.


Geburtstage

Am 11. April 1713 wurde die deutsche Schriftstellerin Luise Adelgunde Victorie Gottsched geboren.

Vor 200 Jahren wurde der österreichische Bibliograph, Lexikograph und Schriftsteller Constant Wurzbach Ritter von Tannenberg geboren.

Die deutsche Lyrikerin Anke Maggauer-Kirsche feiert heute ihren 70. Geburtstag.

Die schweizerische Schriftstellerin Christine Brand feiert heute ihren 45. Geburtstag.


KURZSTRECKE 1968er

Literaturgeschichte, Bertolt Brecht, Max Frisch, Vietnamkrieg, Demonstration, read MaryRead, Literaturmagazin online, Collage,

Demokratie ohne Opposition? – Max Frisch

Landauf, landab wird sich mit 1968 auseinandergesetzt, meistens handelt es sich um die politisch-gesellschaftliche Dimension. Im Literatursalon wird geschaut, was literarisch los war.

In der Züricher „Weltwoche“ erschien am 11.04.1968 der Aufsatz „Demokratie ohne Opposition?“ von Max Frisch. Der schweizerische Schriftsteller warnte davor, die Studentenproteste als „chaotisch-emotionale Bewegung“ abzutun.
     Max Frisch hatte von Beginn an der Studentenproteste begonnen, alles, was er habhaft werden konnte, zu protokollieren, die Gewalt der Polizei gegenüber den Opfern genauso wie die lasche Berichterstattung der NZZ, aber nicht nur das, vieles davon analysierte er. Und mit jedem Detail, welches er als Lüge entlarven konnte, bestärkte ihn in dem Gedanken, dass die Studentenproteste notwendig waren. Diese Protokolle wird er später gleich zweifach literarisch bearbeiten. 1972 erschien im Suhrkamp Verlag „Tagebuch 1966 – 1971) und 1975 im selbigen Verlag die Erzählung „Montauk“, die für viele Leser jedoch eher als Herausforderung darstellte, da die Konstruktion kompliziert ist.

Am 11. April 1968 wurde der russische Schriftsteller Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko geboren.

Von dem deutschen Linguisten und Schriftsteller Chris Bezzel erschien der Debütroman „Grundrisse“ im Luchterhand Verlag. Die erste Auflage betrug 1200 Exemplare, das Nachwort war von Helmut Heißenbüttel.

Im Hessischen, Süddeutschen und Saarländischen Rundfunk sowie im Südwestfunk wird das Hörspiel „Ojun und Batal“ von Manfred Bieler uraufgeführt.

In München wurde am 07.04.1968 das Theaterstück „Katzelmacher“ von Rainer Maria Fassbinder uraufgeführt. Das Theaterstück behandelte das Thema der Hetzjagd auf einen griechischen Gastarbeiter in einem bayerischen Dorf.

Von dem deutschen Schriftsteller Manfred Bieler erschienen die Erzählungen „Der junge Roth“ im Münchener Biederstein Verlag.

Die deutsche Schriftstellerin Brigitte Adolphsen starb 1968 (das genaue Todesdatum ist unbekannt).

In der Literaturzeitschrift „Akzente“ erschien der Aufsatz „Wie schreibe ich weiter?: Die Geschichte soll auf dem Papier erscheinen“ von dem schweizerischen Schriftsteller Peter Bichsel.

Im Züricher Verlag Arche erschien „Tschechoslowakei 1968. Die Reden von Peter Bichsel, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Günter Grass, Kurt Marti und ein Brief von Heinrich Böll“.

Im Norddeutschen und Saarländischen Rundfunk sowie beim Sender Freies Berlin wurde das Hörspiel „Vater und Lehrer“ von Manfred Bieler uraufgeführt.

In der Auswahl von Heinz Piontek „Augenblicke unterwegs“ erschien die Erzählung „Stadt aus Wasser und Stein“ von dem deutschen Schriftsteller Horst Bienek bei Hoffmann und Campe Verlag.

Der Roman „Die Zelle“ von Horst Bienek erschien im Münchener Verlag Hanser.

Der argentinischer Übersetzer (englisch) und Schriftsteller Rafael Alberto Arrieta starb 1968 (das genaue Todesdatum ist unbekannt).


VORSTELLUNG: ROMANE

Aus Georgien

blau, türkis, pink, Georgien, read MaryRead, Literaturmagazin online,Speaking-Corner:
Vorstellung
:
Zwei georgische Romane vom Autor Lasha Bugadze
Zwischen finanziellem Erfolg und einer Schicksalsgemeinschaft

Lasha Bugadze, geboren 1977, zählt zu den wichtigsten Autoren Georgiens. Seine Romane und Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Er lebt in Tbilissi und ist dort bekannt für seine Literatursendungen in mehr >
10.04.2018

Die Frankfurter Buchmesse hat einen Katalog mit sämtlichen Neuerscheinungen mit Literatur aus Georgien zusammengestellt (): Katalog zum kostenlosen Download


AUSGEZEICHNET

Lyrikpreis Orphil 2018

Wie der Börsenblatt des Deutschen Buchhandels am 10. April 2018 mitteilte, werden am 6. Juni 2018 im Literaturhaus Villa Clementine die beiden Dichter Christoph Meckel und Sibylla Vričić Hausmann mit dem Lyrikpreis Orphil 2018 ausgezeichnet.
     Der erstgenannte wird für sein Lebenswerk sowie für sein Gedichtband „Kein Anfang und kein Ende. Zwei Poeme“, erschienen im Hanser Verlag, geehrt. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert.
    
Sibylla Vričić Hausmann erhält den Preis als Debütantin für ihr Gedichtband „3 Falter“ (poetenladen Verlag), dotiert mit 2.500 €.

Weitere Infos unter (): Literaturhaus Wiesbaden  
Den ganzen Artikel kann man hier nachlesen (): Lyrikpreis Orphil 2018

Ausschreibung:

Deutscher Lesepreis 2018

Auszeichnung für Leseförderprojekte erstmalig in sechs Kategorien / Drei neue Stifter unterstützen den Preis / Preisgeld wird erhöht auf 25.000 Euro

Ab sofort startet die Bewerbungsphase für den Deutschen Lesepreis 2018. Alle Personen und Einrichtungen, die sich für die Leseförderung stark machen, sind eingeladen, ihre Projekte unter () deutscher Lesepreis einzureichen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2018. Der Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung. Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal in sechs Kategorien verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Neben den langjährigen Partnern FRÖBEL e. V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und der Arnulf Betzold GmbH sind als neue Unterstützer mit dabei: Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versand-buchhandel e.V., MELO Group GmbH & Co. KG und Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften.

Die Kategorien im Überblick

„Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung“

Gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, werden in dieser Kategorie Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Dies kann ein aktiver Einsatz als ehrenamtlich Engagierter ebenso sein wie die Initiierung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung der Lesefreude und der Lesekompetenz für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Die Realisierung muss 2016, 2017 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Preisgeld: 4.500 Euro.

Herausragendes kommunales Engagement“

Gestiftet von der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandbuchhandel e.V., zeichnet diese Preiskategorie Organisationen wie Kindertagesstätten, Bibliotheken, Vereine, Unternehmen, Universitäten und kommunale Träger aus, die sich für die lokale Leseförderung verdient machen. Besonders berücksichtigt werden Projekte, die in Kooperation zwischen unterschiedlichen Institutionen erdacht und realisiert wurden. Preisgeld: 4.500 Euro.

Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas“

Gestiftet von Fröbel e.V., werden in dieser Kategorie Kindertagesstätten geehrt, die der Vermittlung von Freude an Geschichten und dem Interesse am Lesenlernenwollen Raum geben. Dazu zählen die Ausstattung der Kitas mit Vorlesematerial und -orten, der alltägliche Umgang mit Geschichten, dialogische Vorleseangebote sowie der Austausch der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und ihren Eltern. Preisgeld: 4.500 €.

Herausragende Leseförderung an Schulen“

Gestiftet von der Arnulf Betzold GmbH, wird in dieser Kategorie schulisches Engagement zur Förderung von Lesefreude und -kompetenz prämiert. Fächerübergreifende Projekte im und außerhalb des Unterrichts, die Einrichtung eigener Leseräume sowie die Kooperation mit Eltern und außerschulischen Akteuren stehen dabei im Mittelpunkt. Preisgeld: 4.500 Euro.

Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien“

Gestiftet von der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften, werden in dieser Kategorie Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen und Institutionen ausgezeichnet, die die Stärken digitaler Medien und ihren Einfluss auf das Leseverhalten und die Aneignung von Information nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (neue) Zugänge zum Lesen zu eröffnen. Digitale Leseförderangebote können Apps und unterschiedliche Lesegeräte (Smartphone, Tablet, Computer) einbeziehen und eigenständig oder betreut genutzt werden. Preisgeld: 4.500 €.

Der Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung”

Erstmals in diesem Jahr vergibt die Commerzbank-Stiftung den Sonderpreis “Prominentes Engagement“ im Bereich der Leseförderung. Ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die durch ihre Popularität zeigt, was Lesen für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt bedeutet. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro geht an eine von der Preisträgerin oder dem Preisträger bestimmte Partnereinrichtung, die sich durch vorbildhaften Einsatz für die Leseförderung auszeichnet. Bewerbungen in dieser Kategorie sind nicht möglich. Die Auswahl treffen die beiden Initiatoren des Lesepreises gemeinsam mit Experten.

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis

Lesekompetenz ist die entscheidende Grundlage für den Bildungserfolg und den weiteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Allerdings zeigen PISA- und IGLU-Studien sowie OECD-Berichte für die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland seit Jahren große Defizite auf: 18,9% der Grundschulkinder und 16,2 % der 15-Jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind rund 7,5 Millionen Erwachsene hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten. Für eine funktionierende Gesellschaft bedarf es jedoch der Lesekompetenz all ihrer Mitglieder. Daher ist Leseförderung unabdingbar: überregional ebenso wie vor Ort. Flächendeckend lässt sich dies jedoch nur mit einem breiten gesellschaftlichen und individuellen Engagement umsetzen.
     Um entsprechenden Einsatz zu stärken und zu würdigen, verleihen die Initiatoren seit 2013 jährlich den Deutschen Lesepreis: Für Menschen, die sich nachhaltig der Leseförderung über alle Zielgruppen hinweg verschreiben.

Die festliche Preisverleihung des Deutschen Lesepreis 2018 findet am 21. November im Berliner Humboldt Carré statt. Einen Rückblick auf die letztjährigen Gewinner finden Sie hier (): Preisträger vom Deutschen Leserpreis

– Stiftung Lesen, Pressemitteilung –


TERMINE

Literatursendung:

Literatursalon, 2018-02-24, Thea Dorn, Volker Weidermann, Christine Westermann

„Das Literarische Quartett“: von li nach re: Thea Dorn, Volker Weidermann, Christine Westermann / ©: ZDF, Svea Pietschmann

„Das literarische Quartett“ mit Katharina Teutsch als Gast

Volker Weidermann lädt am Freitag, 20. April 2018, 23.25 Uhr, gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn im ZDF zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim „Literarischen Quartett“ ist dieses Mal die freie Literaturkritikerin Katharina Teutsch (Deutschlandfunk, FAZ.). Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Eshkol Nevo, Johann Scheerer, Éric Vuillard und Serhij Zhadan.
     „Über uns“ heißt der neue Roman des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo. Er erzählt von drei Familien, die über drei Etagen verteilt in einem gutbürgerlichen Haus in Tel Aviv wohnen. Nachbarn, die nicht wissen, was die anderen hinter ihren Wohnungstüren treiben. Jeder lebt sein Leben, jeder hat sein Geheimnis. Nevo durchleuchtet das Haus und seine Bewohner, erzählt von ihren Ängsten und Freuden, Lügen und Selbsttäuschungen. Erst am Ende des Romans schwant dem Leser, warum der Titel „Über uns“ heißt.
    
Die Reemtsma-Entführung war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. In dem Buch „Im Keller“ hat Multimillionär Jan Phillip Reemtsma seine Gefangenschaft verarbeitet. Jetzt, 22 Jahre später, erzählt sein Sohn, Johann Scheerer, der damals dreizehn war, in „Wir sind dann wohl die Angehörigen“, die Geschichte aus seiner Perspektive. Wie es sich anfühlte, als seine Mutter ihn weckte und davon sprach, sie müssten jetzt beide „ein Abenteuer bestehen“, wie der Pubertierende die 33 Tage erlebte, in denen nichts und doch ganz viel passierte, und wie dieses Verbrechen das Verhältnis zu seinem Vater und sein ganzes Leben dramatisch veränderte.
    
Historische Ereignisse zugespitzt und ganz neu zu erzählen, dafür ist Éric Vuillard bekannt. In „Die Tagesordnung“ schildert er auf nur 128 Seiten entscheidende Momente von Hitlers Aufstieg. Am 20. Februar 1933 – kurz nach der Machtübernahme – findet in Berlin ein geheimes Treffen zwischen Adolf Hitler und 24 Industriebossen statt. Fast zwei Millionen Reichsmark spendet die deutsche Wirtschaftselite der NSDAP. Danach gehen alle zunächst wieder zur Tagesordnung über. Doch Vuillard zeigt: Die Deals zwischen Geld und Macht wirken bis heute. Für diese Weltgeschichte in Kurzversion erhielt Éric Vuillard den wichtigsten Literaturpreis Frankreichs: den Prix Goncourt.
    
Wie der Krieg eine vertraute Umgebung in eine apokalyptische Landschaft verwandelt, davon erzählt der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan in seinem Roman „Internat“, für dessen brillante Übertragung ins Deutsche das Übersetzerduo Juri Durkot und Sabine Stöhr gerade den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat. Mit dem Sprachlehrer Pascha macht sich der Leser auf den Weg durch die Ostukraine. Pascha soll seinen Neffen aus einem nahen Internat abholen und gerät dabei in eine Kriegszone, in der sich Separatisten, Milizionäre und ukrainische Soldaten gegenseitig in Schach halten. Der Heimweg der beiden wird zur Prüfung. Je willkürlicher und surrealer der Krieg tobt, desto klarer wird Paschas Haltung zur Welt.

Katharina Teutsch wurde 1977 geboren. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und lebt in Berlin. Seit 2007 ist sie Mitarbeiterin des FAZ-Feuilletons, schreibt unter anderem aber auch für die ZEIT, den Freitag und das Philosophiemagazin. Darüber hinaus produziert sie Radio-Features in den Bereichen Geisteswissenschaften und Literatur. Außerdem ist sie Autorin. 2015 erschien von ihr „Der Mops. Kulturgeschichte eines Gesellschaftshundes“ im Berliner Matthes & Seitz Verlag.

Wer sich schon mal einen Eindruck von Katharina Teutsch verschaffen möchte: Emma (): Idil Baydar: Der Alptraum

Bücherliste:
Eshkol Nevo „Über uns“ (dtv)
Johann Scheerer „Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung“ (Piper)
Éric Vuillard „Die Tagesordnung“ (Matthes & Seitz)
Serhij Zhadan „Internat“ (Suhrkamp)

„Das Literarische „Quartett“ wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet.

– ZDF, Pressemitteilung / read MaryRead –

Seminar:

Bücher lesen – Filme lesen. Inszenierte Kinder- und Jugendliteratur in einem anderen Medium

Tschick, Wunder, Die kleine Hexe oder Rico und Oskar – jedes Jahr kommen zahlreiche Verfilmungen von Kinder- und Jugendromanen in die Kinos. Welche Potentiale ergeben sich daraus für die Literaturvermittlung? Dem Brückenschlag zwischen Literatur und Film geht der Arbeitskreis für Jugendliteratur in seiner Tagung „Bücher lesen – Filme lesen“ vom 23. bis 25. November 2018 in Mülheim an der Ruhr nach.
     Als Referent*innen sind Experten aus Wissenschaft und medienpädagogischer Praxis zu Gast. In Vorträgen beschäftigen sie sich mit der Bedeutung von Literaturadaptionen im Kinder- und Jugendfilm, führen in die Filmanalyse ein und stellen mögliche Wirkungsweisen vor. Drei Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten vertiefen, wie in der pädagogischen Praxis mit Literaturverfilmungen gearbeitet werden kann, und bieten Raum zur Diskussion. Werkstattgespräche mit Filmschaffenden runden das Programm ab. Geleitet wird das Seminar von dem Medienpädagogen und Filmjournalisten Stefan Stiletto.
    
Die Teilnahmegebühr beträgt 275 Euro (inkl. Unterbringung im Einzelzimmer mit Vollpension) bzw. 245 Euro (inkl. Unterbringung im Doppelzimmer mit Vollpension) und
175 Euro für Tagesgäste (ohne Übernachtung und Frühstück). Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung unter
(): Jugendliteratur Programm und Anmeldung.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem () Bundesverband Jugend und Film statt und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

– Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V., Pressemitteilung –


GEDICHTET

Verratene Liebe

Gedicht, Meer, Sanddüne, schwarz-weiß Bild, read MaryRead, Literaturmagazin onlineGedicht:
Andersen, Hans Christian
:
Verratene Liebe
Da nachts wir uns uns küßten, o Mädchen, / Hat keiner uns zugeschaut. / Die Sterne, die standen am Himmel, / Wir haben den Sternen getraut. // Es ist ein Stern gefallen, / Der hat dem Meer uns verklagt, / Da hat das Meer es dem Ruder, / Das Ruder dem Schiffer mehr >
eingestellt am 06.04.2018

LITERATURFLUG

Wie jede Woche durchstöbern wir das Internet nach Lesenswertem, Wissenswertem und ähnliches. Dieses Mal habe wir für Sie:

Stern, Neon (): Warum in einer Bücherei in Schottland so viele Bücher auf Seite 7 markiert sind

Andreas Platthaus (): Glück braucht man für dieses Glück

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.

Falls Sie sich mal wieder über eine Lektüre ärgern:
Bücher haben Kanten, um das Denken anzustoßen.

© read MaryRead 2018

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