„Elmar im Schnee“ von David McKee

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Spaß trotz Kälte

Offensichtlich fällt dem britischen Schriftsteller und Illustrator David McKee immer wieder eine neue Erzählung über den kunterbunten Patchwork-Elefanten Elmar ein. Dieses Mal geht es um Elmar, der mit ein paar Artgenossen im Schnee landet.

Das Bilderbuch „Elmar im Schnee“ beginnt damit, dass am frühen Morgen Elmar ein paar Elefanten trifft, die etwas unglücklich ausschauen. Elmar fragt sie, was los sei und sie antworten ihm, dass ihnen kalt sei. Da kommt Elmar auf eine glorreiche Idee: Wenn seine Elefantenfreunde glauben, dass ihnen kalt sei, dann will er ihnen zeigen, was wirklich Kälte ist und nimmt sie mit auf einen hohen Berg. Auf diesem Berg, man wird es kaum glauben, liegt Schnee und es ist bitterkalt. Die Elefanten sind erstaunt, denn sie haben noch nie Schnee gesehen, alles ist mit einem weißen Pulver überdeckt. Natürlich ist der Schnee kalt, aber er kann eine Menge Spaß bereiten und so wälzen sie sich im Schnee. Elmar zeigt ihnen auch, wie man über Eis schlittern kann und das macht so richtig Spaß. Die Elefanten sind dermaßen beschäftigt, dass sie gar nicht bemerken, dass Elmar sich leise davon schleicht. Was wohl Elmar vor hat?

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Zu Beginn des Kinderbuchs kann man in den Gesichtern der Elefanten ablesen, wie unglücklich sie sind, aber ihre Mienen hellen sich schnell auf, als Elmar ihnen vorschlägt, sich mit ihm auf einen Weg zu machen. Wenn Elefanten über Eis schlittern, sieht es besonders lustig aus.?

Der nächste Winter kommt bestimmt und wenn ihr Kind mal wieder nicht weiß, was es in dieser kalten Jahreszeit machen soll, dann lesen Sie ihm diese Geschichte vor und Ihr Kind wird danach hinausgehen wollen, um all die Dinge selber auszuprobieren und wenn Ihr Kind lieber irgendwo schlotternd in der Ecke stehen möchte, dann machen Sie es wie Elmar und schmeißen ein paar Schneebälle.

Die einsprachige Ausgabe von „Elmar im Schnee“ (Originaltitel: Elmer in the snow) wurde von Stefan Wendel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und 1996 vom Thienemann Verlag publiziert. Ein paar Jahre später wurde es vom Anadolu Schulbuchverlag als zweisprachiges Bilderbuch herausgegeben.

Es ist immer wieder faszinierend, auf welche Ideen der Autor kommt und man stell erneut fest, dass vieles von dem auch im Alltag mit Kindern umsetzbar ist, man hätte selber darauf kommen können. Auch diese Geschichte lädt zum Lesen und Betrachten ein, aber auch zum Spielen und zum Fragen.

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► Kinderbuch

In den Sprachen erhältlich:

Deutsch – Englisch: Elmar im Schnee – Elmer in the snow / ISBN 978-3-86121-464-9
Deutsch – Französisch: Elmar im Schnee – Elmer dans la neige / ISBN 978-3-86121-468-7
Deutsch – Italienisch: Elmar im Schnee – Elmer nella neve / ISBN 978-3-86121-472-4
Deutsch – Russisch: Elmar im Schnee – Elmar v snegu / ISBN 978-3-86121-476-2
Deutsch – Türkisch: Elmar im Schnee – Elmer Karda / ISBN 978-3-86121-460-1

Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritik, Bilderbuch, Kinderbuch,David McKee: Elmar im Schnee
Illustration: David McKee
Alter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Taschenbuch
Gewicht: 204 g
erschien: 16.11.2011
Verlag: Anadolu
ISBN 978-3-86121-472-4
Preis: 9,80 € (D), 10,10 € (A)

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eingestellt am 30.12.2018

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Diese Apotheke befand sich schon damals, wie heute noch, am oberen Ende der Leipziger Straße, jedoch nicht genau an gegenwärtiger Stelle, sondern eben dieser Stelle gegenüber, an der durch Leipziger und Kommandantenstraße gebildeten Ecke. Bis vor wenig Jahren sah man noch den Elefanten, in Höhe des ersten Stocks, aus dem großen Eckpfeiler heraustreten; jetzt ist er fort, und nur die zahlreich über den Parterrefenstern angebrachten und an Elefantenrüsseln hängenden Gaslaternen erinnern noch an die frühere Geschichte des Hauses.
     In eben dieser Elefanten-Apotheke war mein Vater viertehalb Jahr lang und verlebte diese Zeit mutmaßlich nicht gut und nicht schlecht, was ich daraus schließe, daß er über diesen Lebensabschnitt nie sprach. Vielleicht hatte dies Schweigen aber auch seinen Grund einfach in den großen Ereignissen, die folgten, so daß ihm für die voraufgegangenen Jahre von Durchschnittscharakter kein rechtes Interesse blieb. Herbst 1813 wäre seine Lehrzeit zu Ende gewesen, indessen König Friedrich Wilhelms III. Aufruf an sein Volk kürzte diese Zeit um ein volles halbes Jahr, denn unter den sich freiwillig zum Eintritt Meldenden war auch mein Vater, damals noch nicht volle siebzehn Jahre alt. Über die nun folgende Kriegszeit habe ich ihn oft sprechen hören, meist durch mich veranlaßt, der ich nicht genug davon hören konnte. »Du warst also wohl sehr patriotisch, lieber Papa.« – »Nein, höchstens Durchschnitt. Offen gestanden, ich machte nur so mit. Wenn man siebzehn Jahre alt ist, erscheint einem ein freies Soldatenleben hübscher als ein Lehrlingsleben. Und wie’s im Liede heißt: ›Eine jede Kugel trifft ja nicht.‹ Aber wenn ich auch anders hätte denken wollen, ich hatte keine rechte Wahl. In das Tuchgeschäft von Köppen und Schier, dessen du dich, weil du ja selber in der Burgstraße gewohnt hast, vielleicht noch entsinnst, trat damals eine adlige Dame ein und wurde von einem hübschen jungen Manne mit blondem Schnurrbärtchen bedient. ›Ich wundre mich, Sie hier hinter dem Ladentisch zu sehn.‹ – ›Ich nicht, meine gnädigste Frau; ich stehe hier lieber als anderswo.‹ – ›Das seh‘ ich‹, antwortete die Dame, und dem hübschen Blondin eine Ohrfeige gebend, verließ sie das Lokal. Das war so die Stimmung damals, und weil ich dergleichen nicht gern erleben wollte, wurd‘ ich als freiwilliger Jäger eingekleidet und empfing eine Büchse.« Diese sogenannte »Büchse«, die später in den Flurwinkeln unserer verschiedenen Wohnungen verrostet und verstaubt umherstand, war eine Flinte von allergewöhnlichster Beschaffenheit, was übrigens keine weitere Bedeutung hatte, da mein Vater, seinem eignen Zeugnis nach, auch mit einer gezogenen Büchse nicht getroffen haben würde. Anfang April verließ er etwa mit fünfzig anderen Freiwilligen Berlin und zog auf Sachsen zu, wo sich die kriegerischen Ereignisse bereits vorbereiteten. An Spitze dieser Fünfzig stand ein Hauptmann von Kesteloot, ein vortrefflicher Soldat aus der alten Armee. Ausbildung und Führung waren ihm anvertraut. Am ersten Tage rückte man spät nachmittags in Trebbin ein; die meisten waren fußkrank, humpelten und sahen sehr niedergedrückt aus. Kesteloot ließ sie noch einmal antreten und sagte: »Wenn unser allergnädigster König und Herr darauf angewiesen ist, mit Ihnen den Kaiser Napoleon zu schlagen, so tut er mir schon heute leid.« Der Zustand der kleinen Truppe verbesserte sich aber, und man erreichte die Umgegend von Leipzig in leidlicher Verfassung. Vier Wochen später, am 2. Mai, war die blutige Schlacht bei Groß-Görschen. Die freiwilligen Jäger wurden einem Garde-Bataillon eingereiht und machten in diesem die Schlacht mit. Mein Vater erhielt eine Kugel in den Tornister, die, nach Durchbohrung eines kleinen Wäschevorrats, in den Pergamentblättern einer dicken Brieftasche steckenblieb. Diese Brieftasche, mit der Kugel darin, hab ich mir oft zeigen lassen.
    
»Du mußt wissen, mein lieber Sohn, es war kein Schuß von hinten; wir stürmten einen Hohlweg, auf dessen Rändern, rechts und links, französische Voltigeurs standen. Also Seitenschuß.« Das unterließ er nie zu sagen; er war vollkommen unrenommistisch, aber darauf, daß dies ein »Seitenschuß« gewesen sei, legte er doch Gewicht.
    
Der Schlacht bei Groß-Görschen folgte die bei Bautzen und dieser wiederum eine Reihe kleinerer Scharmützel und Gefechte. »Die waren dir nun wohl vollkommen gleichgültig?« … Fortsetzung folgt