Tischreden: Martin Luther spricht über Gott und Welt: Eines der wichtigsten Bücher für den Glauben

Geige, Violine, Brot, Schildkröte, Rotwein, Spiegel, Pieter Claesz, Lifestyle, 1623

Pieter Claesz: Still Life with Musical Instruments (1623)

INHALTSVERZEICHNIS:

    > Glaubensunterweisung ist notwendig
    > Der Katechismus muß bleiben.
    > Ein anders.
    > Ein Anders II
    > Der Katechismus muß regieren.

Glaubensunterweisung ist notwendig

Der Katechismus muß bleiben.

»Der Katechismus wird müssen bleiben und das Regiment in der christlichen Kirche behalten und Herre bleiben, das ist, die zehn Gebot Gottes, der Glaube, Vater Unser und die Sacramente usw. Und wiewohl sich viel dawider legen, doch wird er bleiben und die Herrschaft und Oberhand behalten durch den, von welchem geschrieben stehet: Du bist ein Priester ewiglich. Psalm 110 (V. 4). Denn derselbige will Pfaff bleiben und wird auch Pfaffen haben, wenn gleich die ganze Welt dawider strebete. Er hat allbereit zwo Schlachten gethan, eine mit Thomas Münzer und die ander mit Zwingel, welche beide ihre Jünger noch für Heiligen ausrufen.«

 

Ein anders.

MEHR ZUM THEMA ADEL:
> Martin Luther: Tischreden: Adel verpflichtet

»Der Katechismus ist die vollkommenste und beste Lehre, darum soll man sie für und für predigen und gar nicht unterlassen, wie denn alle andere gemeine öffentlichen Predigten sollen darauf gerichtet und gezogen werden. Ich wollt, daß man ihn täglich predigte und aus dem Buch einfältig lese. Aber unsre Prediger und Zuhörer kennen ihn auf einem Nägelein, sie haben ihn allbereit gar ausgelernet, schämen sich dieser schlechten geringen Lehre, dafür sie denn sie halten; wollen aber gesehen sein und von hohen Dingen reden. Der Adel und die Bauern sagen: Was? unser Herr Pfarrherr geiget nur immerdar ein Liedlein, prediget allein den Katechismus, als die zehn Gebot, den Glauben, das Vater Unser, item von der Taufe und vom Abendmahl. Das alles kann ich vorhin wohl. Also begeben sich denn die Prediger auf hohe Ding und richten sich nach dem Lüstern der Zuhörer, und predigen was sie gerne hören, lassen denn die Fundamente und Grundfesten stehen, darauf man sonst bauen sollte.«

 

Ein Anders.

»Wer sich an dem Katechismo nicht lässet genügen, wenn man den Katechismum prediget, dem predige der Teufel!« sagte D. Martinus.

 

Der Katechismus muß regieren.

»In Kürzen wird es an Predigern mangeln. Mein gnädigster Herr, der Kurfürst zu Sachsen usw., hat an 20 Juristen genug; dagegen muß er wohl an acht hundert Pfarrherrn haben. Jurista est nomen reale, praedicator autem individuuum. Ein jeglich Kirchspiel und Gemeine muß ihren eigenen Seelsorger und Prediger, aufs wenigste einen haben; da man dagegen mit einem, zweien, dreien oder vieren Juristen ein ganz Land kann wohl versehen und versorgen.
     Wir werden noch mit der Zeit aus Juristen und Aerzten müssen Prediger und Pfarrherrn machen, das werdet ihr sehen. Die Zeit und Gelegenheit macht einen Prediger. Ich kann mich nicht mit und an Worte binden lassen, ich predige oft von einer Meinung mit andern Worten.«
    
Da sagte D. Jonas: Herr Doctor, ich kann Euch im Predigen gar nicht nachfolgen, und wer will es Euch nachthun? Darauf sprach D. M. L.: »Ich kanns selber nicht, denn oft gibt mir meine Person oder eine sonderliche Privatsache Ursach zu einer Predigt, nach dem die Zeit, Händel und Zuhörer sind. Wenn ich jünger wäre, so wollte ich viel in meinen Postillen abschneiden und kürzer machen, denn ich darinnen über die Maße und zu viel Wort habe gebraucht. Demselbigen langen Reden und Geschwätz kann Niemand nachfolgen, noch es erlangen, auch schickt noch reimet sich nicht Alles zu allen Zeiten; Alles muß man richten nach den Umständen, doch wird der Katechismus müssen bleiben und herrschen.«

Anmerkungen:

Jurista est nomen reale, praedicator autem individuuum: ungefähre Übersetzung: Ein Jurist ist ein wahrer Prediger und ein Individuum

Obgleich Huldrych Zwingli ebenfalls ein Reformator war, er war vor allem in der Schweiz tätig, kommt es zwischen ihm und Martin Luther zu einem Bruch. Der Streitpunkt lag in der Auslegung des Abendmahls. Während für Martin Luther in diesem Sakrament die Gegenwart Christi unbestritten ist, konnte der Schweizer Reformator nichts damit anfangen und bestritt die Gegenwart.
     Quelle: Lyndal Roper: Luther. Der Mensch Martin Luther, S. Fischer Verlag – Frankfurt am Main, 2016, S. 89

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