Stadtschreiberin Mainz 2019: Eva Menasse

Liteaturpreis,

Eva Menasse, ZDF, © Jürgen Bauer

Gegen rechte Hetze

Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse wird die 35. Stadtschreiberin von Mainz. Dies geht aus einer Mitteilung vom ZDF hervor.

Eva Menasse wurde 1970 in Wien geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. Seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Bekannt wurde sie 2005 mit ihrem Roman „Vienna“. Zuletzt erschien von ihr „Tiere für Fortgeschrittene“ und wurde dafür mit dem Österreichischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet.

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Neben ihren vielbeachteten Romanen nimmt sie teil am gesellschaftlichen Geschehen, beobachtet und bezieht Stellung. Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2017 an die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood sprach sie in ihrer Laudatio etwa davon, dass bei der Verknappung von Lebensraum autoritäre und totalitäre Politik die Folge sein kann.

Die Mainzer Stadtschreiber*innen ist ein Literaturpreis der Fernsehsender ZDF, 3sat sowie der Stadt Mainz. Für die Wahl von Eva Menasse heißt es in ihrer Begründung:

Eva Menasse ist eine große Menschenerzählerin, die mit feiner Empathie und scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen schreibt. Mit großer sprachlicher Präzision gestaltet sie ihre Figuren und findet feinste Nuancen in ihren Erzählsituationen. Zugleich mischt sich Eva Menasse öffentlich ein, streitet wirkungsvoll für Grundrechte im digitalen Zeitalter und wendet sich engagiert gegen Diskriminierung und rechte Hetze. Eva Menasse – ein Glücksfall für das Amt der Mainzer Stadtschreiberin 2019.“

Tiere für Fortgeschrittene“

Im sogenannten Klappentext heißt es:

»Wer die Welt so anlächelte, musste eine Schraube locker haben. Oder ein Schutzblech zu wenig über der Seele.«

Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Haie, die künstlich beatmet werden, Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten, Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen. Jede von Eva Menasses Erzählungen geht von einer kuriosen Tiermeldung aus und widmet sich doch ganz der Gattung Mensch. Wie in ihrem ersten, hochgelobten Erzählungsband »Lässliche Todsünden« studiert sie ihre Objekte mit einem liebevollen und unerbittlichen Forscherinnenblick.
     Ein alter Despot, der sich gegen jede Veränderung wehrt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht. Einer engagierten Mutter, die ein muslimisches Kind gegen Anfeindungen in Schutz nimmt, verschwimmen schließlich selbst die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Eine Frau realisiert, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat, in ihren Marotten ebenso wie in ihren tiefsten Ängsten. Und eine Gruppe handverlesener Künstler und Wissenschaftler probt in südländischer Gluthitze eine groteske Revolution.

Eva Menasse liest aus „Tiere für Fortgeschrittene“ (Ein Mitschnitt von Kiepenheuer & Witsch Verlag):

Der Preis ist mit 12.500 € dotiert und Eva Menasse wird voraussichtlich Anfang März in die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum für ein Jahr einziehen. Sie löst dann ihre Vorgängerin Anna Katharina Hahn ab und wird eine Dokumentation nach ihrer Wahl produzieren.

Quelle: ZDF, Pressemitteilung vom 29.10.2018

© read MaryRead 2018

Bordbuch

Roman, Insekten, türkis,Eva Menasse: Tiere für Fortgeschrittene
Roman
gebunden
320 Seiten
Format (H x B x T): 214 x 138 x 29 mm
Gewicht: 442 g
erschien: 09.03.2017
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-04791-2
Preis: 20,00 € (D), 20,60 € (A)

E-Book (ePUB): 16,99 € (D, A)

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