Maren Kames hat den PoesieDebütPreis 2017 verliehen bekommen

Maren Kames, Düsseldorf, read Mary read, Literaturmagazin, virtuelle Literaturzeitschrift, hellbraunMaren Kames, Düsseldorf, read Mary read, Literaturmagazin, virtuelle Literaturzeitschrift, hellbraun, Scholle, Fläche, RückseiteFreiräume in der Partitur

Im Düsseldorfer Heine Haus hat Maren Kames am vergangenen Sonntag (01.10.2017) den PoesieDebütPreis 2017 verliehen bekommen. Der Preis wurde zum zweiten Mal vergeben und ist mit 5.000 € dotiert. Diese Auszeichnung ist nicht ihr erster. Schon bevor ihr Debüt „halb taube halb pfau“ erschien, sorgte sie unter den Jungautoren für Aufsehen.

Häufig hat sie zu Beginn eine Idee, wenn sie so dasitzt, schreibt sie, was ihr gerade durch den Sinn geht, schnell und intensiv, später überarbeitet sie diese, so sprach sie mit dem SWR in „Solitude-Stipendiaten Maren Kames“ (ausgestrahlt am 09.03.2017 bei ARD). Auch wenn ihr erster Gedichtband vorliegt, so reicht das Buch allein nicht aus, man benötigt zusätzlich ein Smartphone, um die Gedichte hören zu können. Viele Seiten sind ungeschrieben. So ungewöhnlich die Aufmachung des Buches, so ungewöhnlich auch ihre Lesungen, die angereichert sind mit Installationen verschiedenster Art.

Interview mit Maren Kames (Kunscht!):

Wirkung des Buches und Lesungen haben etwas Zufälliges, dass durchaus Sinn ergeben kann. Alexandra Saemmer stellte beim Literaturfestival „vielseitig“ in Siegen 2012 ihr Kunstwerk „Böhmische Dörfer“ vor. Dabei hatte sie zig Sequenzen, bestehend aus einzelnen Worten und Sätzen, zig mal miteinander digital verbunden, so dass bei jedem Knopfdruck eine neue Story entstand, die immer Sinn ergab. Eine ähnliche Wirkung haben auch die Texte von Maren Kames, auch wenn sie ihre anfänglichen Ideen später überarbeitet und sich die Zusammenstellung genau überlegt, so dass am Ende eine Art Partitur entsteht, so wäre eine andere Zusammenstellung durchaus denkbar. Diese Art schafft dem Leser und Hörer Freiräume in jeglicher Hinsicht.

Ausschnitt aus ihrem Debüt:
HALB TAUBE HALB PFAU ist ein Land. Eine weitläufige, weiße Fläche, in der Texte wie Fundstücke auftauchen. Sie dehnen sich aus, überlagern und verwachsen sich, driften auseinander und verschwinden vorübergehend im Weiß. Sie werden aufgehoben, betastet und wieder fallen gelassen, erneut aufgenommen, behauen, anders zusammengesetzt, von der Rückseite betrachtet. Das sind die Schollen, die sich bilden im Land. Davor und danach ist Stille, weißes Rauschen. Dazwischen sitzt das Echo.“

MEHR ZUM THEMA:
> Nominierungen: Shortlist Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2017
> Übersetzerpreis: Deutsch-italienischer Übersetzerpreis 2017
> Auszeichnung: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

In der Begründung der Jury für den PoesieDebütPreis 2017 heißt es:
Maren Kames entwirft in ihrem ersten Lyrikband ‚halb taube, halb pfau‘ das faszinierende Panorama einer Expedition durch Sprachlandschaften, die zugleich Kopflandschaften sind. Ihr Text, der die Genregrenzen souverän überschreitet und zwischen Lyrik und Prosa oszilliert, ist jedoch kein poetisches Selbstgespräch, sondern evoziert durch Mehrstimmigkeit und direkte Anrede auch eine Nähe zur dramatischen Form, die von den verwendeten QR-Codes noch unterstrichen wird. Mit dem überraschenden Einsatz von Ton-Collagen werden die Grenzen der visuellen Wahrnehmung von Literatur erweitert, das außergewöhnlich schön gestaltete Buch erhält eine zusätzliche sinnliche Dimension. Mit ihrem Debüt erweist sich Maren Kames als neue poetische Stimme eigener Prägung, die Präzision und Lust am Sprachspiel zu verbinden weiß.“

– Johannes Tulpen –
© read MaryRead 2017

► Bordbuch

Gedichte, DebütPoesiePreis 2017,Maren Kames: halb taube halb pfau
Gedichte
150 Seiten
gebunden, Leinen
Format (H x B x T): 225 x 168 x 16 mm
Gewicht: 478 g
erschien: 06.09.2016
Verlag: Secession Verlag für Literatur
ISBN 978-3-905951-93-6
Preis: 35,00 € (D), 36,00 € (A)

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