Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis 2017

Basilika Bode-Museum, Berlin, Kulturstaatsministerium, Victoria Lorini, Reimar Klein, Martin Hallmannsecker

Würdigung im würdigen Rahmen

In der Basilika des Bode-Museums werden Victoria Lorini, Reimar Klein sowie Martin Hallmannsecker den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis durch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters und dem Staatssekretär des italienischen Kulturministeriums, Antimo Cesare verliehen bekommen.

Für die herausragende Übersetzung aus dem Italienischen ins Deutsche von der Vite des Giorgio Vasari (erschienen im Wagenbach Verlag) wird Victoria Lorini ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es:

„Die erstmals vollständige Übertragung der Vite von Giorgio Vasari ist ein kulturgeschichtlicher Meilenstein. Victoria Lorini hat die Aufgabe mit glänzendem Sprachgefühl, philologischer Genauigkeit und kunsthistorischer Expertise gemeistert. Ob Bildbeschreibungen, anekdotische Passagen oder Schilderungen der Arbeit in den Werkstätten, sie findet für jede Textsorte eine Entsprechung. Gleichzeitig legt sie das theoretische Nervengeflecht des Werkes bloß und vereinheitlicht die Terminologie. Vasari gewinnt neue Strahlkraft und Lesbarkeit. Mit den letzten vier Bänden der 45teiligen Ausgabe bringt Victoria Lorini ihre zwanzigjährige Arbeit zu einem grandiosen Abschluss.“

Reimar Klein, der Übersetzer von dem italienischen Schriftsteller Roberto Calasso (allesamt im Suhrkamp Verlag erschienen), wird für sein Lebenswerk mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis 2017 ausgezeichnet.

Begründung der Jury: „Reimar Klein versetzt den komplexen philosophischen, kulturtheoretischen und literaturgeschichtlichen Hintergrund des Essayisten Roberto Calasso in Schwingungen. Seine eindrucksvollen Übertragungen der Studien zu Tiepolo, Baudelaire und den vedischen Mythen zählen zu den Höhepunkten der Sachbuchübersetzungen der letzten Jahre. Klein steht auf dem Fundament der Wissenschaftssprache des 19. Jahrhunderts und macht sie für das 21. Jahrhundert fruchtbar. Er ist ein Meister des Periodenbaus. Seine formale Strenge verleiht den Übersetzungen zeitlose Klassizität. Reimar Kleins Werk umfasst außerdem Übersetzungen von Giorgio Colli, Carlo Michelstaedter und Pier Paolo Pasolini.“

Der Nachwuchsförderpreis geht an Martin Hallmannsecker für seine Übersetzung des Novellenbandes Maestro Amor von Luigi Pirandello.

Eine deutsche Jury, bestehend aus deutschen Juroren, wählt die Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche aus, die aus Italienern bestehende italienische Jury die Übersetzungen aus dem Deutschen ins Italienische. Jeweils ein Jurymitglied ist in beiden Jurys vertreten. 2007/08 war dies Maike Albath, 2008/09 Camilla Miglio, 2009/10 erneut Maike Albath.
     Die deutsche Jury setzt sich zusammen: Dr. Maike Albath (Journalistin und Literaturkritikerin, Vorsitzende / Denis Scheck empfahl in der Sendung „Druckfrisch“ vom 01.06.2014 ihr Buch „Rom, Träume“), Sigrid Vagt (Übersetzerin, u.a. französische Schriftstellerin Marguerite Duras, den französischen Schriftsteller Jean Cocteau, den italienischen Dichter Pier Paolo Pasolini, den italienischen Dichter und Schriftsteller Giacomo Leopardi, die italienische Schriftstellerin Anna Maria Ortese und den italienischen Schriftsteller Leonardo Sciascia), Dr. Florian Höllerer (Leiter des Literarischen Colloquium Berlin), Dr. Lothar Müller (Journalist, Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler), Dr. Adrian La Salvia (Universität Erlangen, Romanist) und Dr. Irina Rajewsky ( Freie Universität Berlin, Romanistin).
    
Die italienische Jury setzt sich zusammen: Prof. Dr. Hermann Dorowin (Universität Perugia, Vorsitzender; Germanist), Magda Olivetti (Übersetzungen von Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Rainer Maria Rilke u.a.), Prof. Camilla Miglio (Università Federico Secondo di Napoli, l’Orientale – Germanistin), Andrea Casalegno (Übersetzungen von: Ferdinand Gregorovius „Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter“, Georg Lukács „Goethe und seine Zeit“, Johann Wolfgang von Goethe „Faust I“, „Faust II“ und „Urfaust“ einschließlich Bemerkungen, Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise“, Robert Musil „Über die Dummheit und andere Erzählungen“, Martin Luther „Hymnen“ und Heinrich von Kleist „Erzählungen“), Ugo Perone (Universität Turin, Philosoph) und Cesare de Marchi (Philosoph, Schriftsteller, Übersetzer, übersetzte u.a. Thomas Mann „Tonio Kröger“).

Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer dienen sinnbildlich als sprachliche Brückenbauer, um Verständnis und Akzeptanz zwischen den Kulturen herzustellen und zu fördern. Diese Vermittlerarbeit zu würdigen, aber auch die Übersetzung als eigenständiges Kunstwerk hervorzuheben, ist Ziel dieses Preises.“ Die Auszeichnungen für „beste Übersetzung“ und „Lebenswerk“ sind jeweils mit 10.000 € dotiert, der Nachwuchsförderpreis beinhaltet ein Studienaufenthalt. Die Preisverleihung findet am 26. Juni 2017 statt.

– Johannes Tulpen –
© read MaryRead 2017

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