Literaturradio: „Der Besuch im Karzer“ von Ernst Eckstein

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Jobs als Schulmeister, Gemälde von Johann Peter Hasenclever, 1845 ironische Darstellung des Unterrichts in einer preußischen Dorfschule des 19. Jahrhunderts / made by © read MaryRead

Uraufführung: 15.01.1989
Sender: Deutsche Welle

Schuldirektor trifft auf Taugenichts

Das Hörspiel „Der Besuch im Karzer“ von dem deutschen Schriftsteller Ernst Eckstein ist eine Art Adaption von der gleichnamigen Prosa, welches zunächst in den Münchner „Fliegenden Blätter“ 1872 erschien,1a 1875 wurde es mit Illustrationen als Buch verlegt.2a Zudem wurde es am 11. Januar 1877 unter dem selben Titel als Theaterstück uraufgeführt.3a 
     Die Vorlage wurde für das Hörspiel von Lothar Ostermann bearbeitet, Regie führte Tibor von Peterdy. Das Hörspiel hat eine Länge von insgesamt 44 Minuten. 4a 

Während der sogenannten Gründerzeit war der Schulalltag noch von Drill und herben Sanktionen geprägt. Auf diesem Hintergrund erklärt sich auch der Erfolg von „Der Besuch im Karzer“, denn niemand geringeres als der Schuldirektor eines Gymnasiums wird von seinen Schülern hopp genommen, insbesondere von Wilhelm Rumpf. Dieser Schüler ist erst seit ungefähr vier Wochen unter den Fittichen des Schuldirektors, sein Ruf als Aufmüpfiger eilte ihm voraus, er gilt als der größte Taugenichts der Schulklasse. Doch zu guter Letzt gelingt es dem Schüler seinen Direktor zu „überführen“.
     Wer denkt nicht dabei an die berühmte „Feuerzangenbowle“ von Heinrich Christian Johann Spoerl (oder Hans Reimann, die Urheberschaft ist derzeit ungeklärt5a) und tatsächlich diente ihm die Gymnasialhumoreske von Ernst Eckstein als Vorbild.6a

Die Sprecher4b:

Lothar Ostermann (Erzähler)
Manfred Heidmann (Eckstein)
Manfred Heidmann (Direktor)
Manfred Heidmann (Rumpf Imitate)
Walter Gontermann (Schüler Rumpf)
Manfred Idem (Schüler von Zitzewitz)
Hans Gerd Kilbinger (Schüler Blütmann)
Jürgen Hilken (Pedell Quaddler)

Mit dieser und weiteren Schulhumoresken, begründete Ernst Eckstein eine neue literarische Gattung, nämlich die „Gymnasialhumoreske“.1b 
     Obgleich Ernst Eckstein nur noch einem kleinen Leserkreis bekannt ist, so war er um die Jahrhundertwende ein Bestseller-Autor, „Der Besuch im Karzer“ wurde mehrmals aufgelegt und konnte sich mit Werken von Heinrich Mann wie „Professor Unrat messen.

© read MaryRead 2019

► Knotenpunkte

Projekt Gutenberg (): Ernst Eckstein: Der Besuch im Karzer 

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Einzelnachweise:

1a, 1b: Karola Rimmel (): Ernst Eckstein – einer der meistgelesenen Schriftsteller der Gründerzeit – zur Wirkungsgeschichte, Universität Gießen, zuletzt besucht am 11.09.2018

2a: Wikipedia (): Ernst Eckstein, zuletzt besucht am 11.09.2018

3a: Ingeborg Krekler (): Katalog der handschriftlichen Theaterbücher des ehemaligen Württembergischen Hoftheaters, S. 17, Württembergische Landesbibliothek, Otto Barrasowitz – Wiesbaden, 1979 (Band 1), zuletzt besucht am 11.09.2018

4a, 4b: Hörspieldatenbank (): Der Besuch im Karzer, zuletzt besucht am 11.09.2018

5a: Uwe Krüger (): „Da stelle mer uns janz dumm …“, taz 12.01.2007 (Rubrik: Kultur), S. 15

6a: Asta (): Eine Feuerzangenbowle hat es in sich. Ausstellung zum Film in seiner Geschichte, Teil 2: Das Buch (pdf-Datei), zuletzt besucht am 11.09.2018


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