Literaturlexikon: Märchenakademie Bamberg

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Gründungsjahr: 2016
Leitung: Martin Beyer

Und wenn sie nicht gestorben sind…

Die gesammelten Volksmärchen der Gebrüder Grimm sind uns seit Kindertagen vertraut, vielleicht so vertraut, dass man über die Abschlussformel „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ nicht mehr stolpert, sich nicht die Frage stellt, was ist eigentlich aus all diesen Figuren geworden, oder doch?

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Zu den bekanntesten Märchen gehören „Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen und der böse Wolf“, „Aschenputtel“, „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und „Froschkönig“,1 nur um einige zu nennen. Doch man sollte sich nichts vormachen, die Märchen geraten immer mehr in Vergessenheit. Umso erfreulicher ist es, wenn man dieser literarischen Gattung einen Schubser gibt. Der Schriftsteller und Dozent Martin Beyer hat sich die Frage gestellt, was wohl aus den Figuren nach über 200 Jahren geworden sein könnte. Diese Frage ließ er von Theodor Serapion beantworten. Doch die eigentliche Idee basiert auf dem Gedanken von Bruno Bettelheim, der sich in seinem Sachbuch „Kinder brauchen Märchen“ (1976) nicht nur stark gemacht hat, sondern detailliert begründete, weshalb Kinder Märchen heutzutage dringendst benötigen. Laut Bruno Bettelheim brauchen Kinder Identifikationsfiguren, die „Guten“ wie die „Bösen“, denn mithilfe der Hexe und anderen können sie ihre Alltagserfahrungen verarbeiten. Martin Beyer weitet diese Idee aus und begründet es mit Kulturverständnis, dass Märchen interkulturellen Charakter haben können:

Menschen haben als Menschen ähnliche Ängste und Hoffnungen, Sehnsüchte und Werte. Davon profitieren vor allem Kinder unterschiedlichster Herkunft, denn sie merken, dass sich die verschiedenen Nationen in ihren Geschichten häufig dieselben Emotionen und Werte vermitteln, sich viele der Märchen sogar sehr ähnlich sind.“2

Darüber hinaus wurde von Prof. Dr. Julia Knopf (Lehrstuhl Fachdidaktik Deutsch Primarstufe, Universität des Saarlandes) ein umfangreiches didaktisches Programm erstellt, dass den Einsatz in Schulen ermöglicht. In den Fächern Deutsch, Musik, Kunst und ggfs. Sachunterricht können nach deutschem Bildungsstandard Kompetenzen erworben werden. Um eine Idee davon zu bekommen, wie die Märchen didaktisch zugänglich gemacht werden können, kann man unter () „Spiel & Spaß“ das eine oder andere ausprobieren. Und natürlich sollte in der heutigen Zeit die App nicht fehlen. Seit März 2019 kann man sie hier () Märchen-App herunterladen. Eltern und Lehrer können auch die () „Akademie Mobil“ in ihre Stadt holen.

Seit Sommer 2016 gibt es das Märchenbuch „Titus und der verwunschene Wald“ (aus dem sogenannten Klappentext):

Schreck und Schauder: Die verwunschenen Wälder rund um die Märchenakademie in Grimmelsbergen bergen viele Geheimnisse. Titus Haselschein, Schüler dieser Märchenakademie, ist nicht gerade begeistert, als er in seinem dritten Lehrjahr ausziehen muss, um in den Wäldern viele spannende Abenteuer zu erleben. Und benotet werden seine Erlebnisse auch noch! Gut, dass er mit der Elfe Rabea Wintergrün eine Verbündete findet, allerdings eine ziemlich freche und streitlustige. Gemeinsam ziehen sie los und treffen auf viele bekannte Märchenfiguren. Warum hat Rapunzel kurze Haare? Ist der Böse Wolf vielleicht gar nicht mehr böse? Und was führt eigentlich das Rumpelstilzchen schon wieder im Schilde? Für Titus und Rabea beginnt eine aufregende Reise, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.“

© read MaryRead 2019

Ankerlichtung

Märchen, Bilderbuch, ab 8 Jahre,Theodor Serapion: Titus und der verwunschene Wald
Illustration: Mirjam Zels
Märchen
Alter: ab 8 Jahre
gebunden
erschien: 01.07.2016
Verlag: Märchenakademie Martin Beyer
ISBN 978-3-00052964-1
Preis: 14,95 € (D)

Besonderheit: Das Buch ist nur in der () Märchenakademie erhältlich

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Einzelnachweise:

1: Vgl. Maya Götz (): Aschenputtel ist das beliebteste Märchen bei Mädchen – Hänsel und Gretel bei Jungen. NEUE STUDIENERGEBNISSE ZUM THEMA »KINDER UND MÄRCHEN«, TELEVIZION, S. 65, zuletzt besucht am 10.05.2019 (PDF)

2: Vgl. Märchenakademie (): Konzept, zuletzt besucht am 10.05.2019


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