Rezension zu „Nanas Liebe“ von Sonwabiso Ngcowa

Roman, Kein Romeo und Julia

Kein Romeo und Julia

Was kann schöner sein als geliebt zu werden? All jene, die die Liebe ihres Lebens noch nicht kennengelernt haben, suchen nach dem perfekten Partner / der perfekten Partnerin. Einige Menschen müssen um ihre Liebe kämpfen wie in dem Jugendroman „Nanas Liebe“ von Sonwabiso Ngcowa.

Nana ist eine junge Frau, die in einer armen und konservativen Gesellschaft aufwächst. In diesem konservativen Umfeld, die ihre Moral hauptsächlich aus dem Christentum ableitet, können Frauen ermordet werden, sobald der Verdacht besteht, dass sie sexuelle Neigungen haben, die nicht der Fortpflanzung dienlich sind.
     Die junge Frau kennt ihr soziales Umfeld und ist schon in Kindertagen dazu verdammt, über ihr Anderssein zu schweigen, wobei sie es zunächst nicht genau benennen kann, worin das Anderssein besteht.
    
Eines Tages lernt sie eine gleichaltrige Frau kennen, die ihr auf Anhieb sympathisch ist. Die beiden verlieben sich ineinander und es beginnt eine Odyssee, um die Mauer des Schweigens aufzubrechen und um die Anerkennung ihrer Liebe.

Die Literaturgeschichte ist gefüllt mit Liebesgeschichten, die nicht sein dürfen. Das bekannteste Drama ist „Romeo und Julia“ von William Shakespeare. Eines der bekanntesten Gedichte ist „Es waren zwei Königskinder“ von einem unbekannten Verfasser. All diese Texte handeln von heterosexueller Liebe, über homosexuelle Liebe findet man nur vereinzelt etwas wie „Rollenspiele“ von dem schwedischen Autor Hans Olsson.
Zitat aus Nanas Liebe von Sonwabiso Ngcowa     Ein Roman über Homosexualität ist auch heutzutage noch etwas ungewöhnlich, noch ungewöhnlicher ist der Handlungsort: ein Township in Südafrika. Auf der anderen Seite ist der Handlungsort naheliegend, da der Schriftsteller Sonwabiso Ngcowa in Südafrika geboren ist und dort lebt.

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Leichtfüßig beschreibt der südafrikanische Autor das Leben von Nana, die auf der Suche nach einem echten Zuhause ist. Ihr Leben wird überwiegend chronologisch erzählt. Zwischendurch hält man den Atem an, da beispielsweise grundlos der Nachbar verhaftet wird.
     Die Liebe der beiden jungen Frauen ist Dreh- und Angelpunkt des Romans, doch wie nebenbei bekommt man Einblicke in den Alltag der Townships und in den Schulalltag. Schnell stellt man fest, dass junge Menschen in Südafrika ähnliche Verhaltensweisen haben wie Jugendliche hierzulande. Doch ihr Leben gründet auf einen Hintergrund, der geprägt ist von Armut und der daraus resultierenden Gewalt.
    
Sprachlich ist es an das Erleben von Nana angepasst, wenn sie sich geborgen fühlt, so sind die Sätze etwas länger und der Leser kann Anteilnehmen am Genuss der Ruhe. Der Stil kann sich abrupt ändern. Dies geschieht in solchen Momenten, in denen Nana aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen wird. Man braucht etwas Zeit um sich zu sortieren, um zu begreifen, was gerade vor sich geht, worauf Nana sich wieder einlassen muss.

Obwohl ihr Umfeld eine lesbische Liebe nicht zulässt, so finden sie dennoch mit Geduld und Beharrlichkeit einen Weg, ihre Liebe zu leben.
     Es ist eine Mut machender Roman wo am Ende die Liebe den Sieg davonträgt.

 © read MaryRead 2015

Jugendbuch


Rezension, JugendromanSonwabiso Ngcowa: Nanas Liebe
Übersetzung aus dem Englischen: Lutz van Dijk
Roman
Alter: ab 13 Jahre
190 Seiten
gebunden
erschien: 28.07.2014
Verlag: Peter Hammer
ISBN 978-3-7795-0499-3
Preis: 15,90 € (D), 16,40 € (A)

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