Conrad Ferdinand Meyer: Weihnacht in Ajaccio

Mit Schriftstellern und Dichtern Weihnachten feiern, 2017, Weihnachtsgedicht

made by © read MaryRead

Weihnacht in Ajaccio

Reife Goldorangen fallen sahn wir heute, Myrte blühte,
Eidechs glitt entlang der Mauer, die von Sonne glühte.

Uns zu Häupten neben einem morschen Laube flog ein Falter –
Keine herbe Grenze scheidet Jugend hier und Alter.

Eh das welke Blatt verweht ist, wird die Knospe neu geboren –
Eine liebliche Verwirrung, schwebt der Zug der Horen.

Sprich, was träumen deine Blicke? Fehlt ein Winter dir, ein bleicher?
Teures Weib, du bist um einen lichten Frühling reicher!

Liebst du doch die langen Sonnen und die Kraft und Glut der Farben!
Und du sehnst dich nach der Heimat, wo sie längst erstarben?

Horch! durch paradieseswarme Lüfte tönen Weihnachtsglocken!
Sprich, was träumen deine Blicke? Von den weißen Flocken?

– Conrad Ferdinand Meyer –

schwarz-weiß Foto, Bild, 1920er Jahre,* 11.10.1825, Zürich, Schweiz
† 28.11.1898, Kilchberg, Schweiz

Conrad Ferdinand Meyer war seit 1860 Schriftsteller, entschied sich aber erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870 / 1871 für die deutsche Sprache, davor verfasste er auch in französischer Sprache. Er bevorzugte historische Erzählungen und Novellen, hingegen war ihm Stoffe aus dem Alltag zuwider. Sein Werk ist vor allem durch den zeitgenössischen Renaissancekult geprägt.

Bibliothek

< Peter Rosegger: Zum Weihnachtsbaum  Friedrich Rückert: O Weihnachtsbaum >

 Home > Korsaren-Anthologie > Lesestoff > Gedichte > Bibliothek > Weihnachtszeit > Mit Schriftstellern und Dichtern Weihnachten feiern > Conrad Ferdinand Meyer: Weihnacht in Ajaccio


Weiteres

Gedicht, blau-grau, Raum, Licht, Dreicke, Lichtspiel, read Mary Read, Literaturmagazin, online, virtuellGedicht:
Reuter, Christian
:
Lebenskunst
Ach, was sind wir dumme Leute – / wir genießen nie das Heute. / Unser ganzes Menschenleben / Ist ein Hasten, ist ein Streben / Ist ein mehr > eingestellt am 09.10.2017

Nacht der Lichter, Siegen, Fischbacherberg, weißes Kleid, Frau, Spiegel, Blick, read Mary Read, Literaturmagazin, online, virtuellSpeaking-Corner: PAN und Literaturschock präsentieren ihre erste Phantastik-Bestenliste
Pünktlich
Hinsichtlich der bevorstehenden mehr > 09.10.2017

Himmel, Mond, Griff zum Mond, Leiter, Wolke, read Mary Read, Literaturmagazin, online, virtuellAuszeichnung: Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis 2017: Kommt das Nashorn“ von Heinz Janisch und Helga Bansch
Erfolgreiches Autorenduo
mehr > 07.10.2017