Literatursalon: Halt! Hier Grenze

Januar 2018, read Mary Read, Literaturmagazin online, Ein schaler Geschmack

Ein schaler Geschmack

Liebe Leserin, lieber Leser,

nur zu gut haben wir noch die innerdeutsche Grenze in Erinnerung. Wir wissen aber auch, dass eine Grenze nicht für immer Bestand haben muss. Bis die Mauer fiel, haben es einige Menschen mit ihrem Leben bezahlt. Auch heute gibt es weiterhin mutige Menschen, wie der chinesische Buchhändler und Verleger Gui Minhai, der abermals festgenommen wurde. Andererseits können Grenzziehungen notwendig sein. Wo die Grenze in der aktuellen Genderdebatte verlaufen soll, ist noch nicht ausgemacht. Noch ist hierbei alles mehr oder weniger ergebnisoffen, an der Berliner Universität hingegen hat man sich festgelegt, ein Gedicht muss verschwinden, zurück bleibt ein schaler Geschmack. Mehr dazu unter der Rubrik „AUCH DAS NOCH“.
     Dass Humor das Dasein schon mal erträglicher machen kann, ist bekannt. Anne Felder wird für ihren feinen Humor mit dem „Schweizer Grand Prix Literatur“ geehrt. Mit einem Augenzwinkern ist auch die Rubrik „DAS FAST ALLERLETZTE WORT“ zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis:
LITERATURpolitikum: Freiheit für Buchhändler und Verleger Gui Minhai
                                   
Börsenverein möchte Buchkäufer zurückgewinnen
                                   
Ausschreibung für Uwe-Johnson-Preis 2018 startet
RETROPERSPEKTIVE: Brief von Martin Luther
MIT AUTOR IM GESPRÄCH: Axel Hacke
GESTORBEN: Zwei Schriftsteller
LEBENSBILD: Johannes Agricola
LESUNG: Poetica 4
AUSGEZEICHNET: Anna Felder erhält den Schweizer Grand Prix Literatur
                               
Kim Thúy steht auf der Shortlist für den LiBeraturpreis 2018
TERMIN: DRUCKFRISCH, am 23.01.2018
GEDICHTET: Zwei Gedichte
LITERATURFLUG: Der Flug durch das Internet
AUCH DAS NOCH: Eine Groteske?
REDEN ÜBER GOTT: Mit Johannes Agricola
DAS FAST ALLERLETZTE WORT: Moderne Redekunst


LITERATURpolitikum

Freiheit für Buchhändler und Verleger Gui Minhai

Chinesische Sicherheitskräfte haben den Buchhändler und Verleger Gui Minhai am vergangenen Samstag (21.01.2018) in der Nähe Pekings festgenommen. Der schwedische Staatsbürger Gui wurde bereits 2015 in Thailand verschleppt und fand sich in chinesischer Gefangenschaft wieder. Im letzten Jahr ließ die chinesische Justiz ihn angeblich frei, sein Aufenthaltsort blieb aber unklar. Gui steht unter konsularischem Schutz Schwedens.

MEHR ZUM THEMA:
> Roman: Yiyun Li: Schöner als die Einsamkeit
> Speaking-Corner: Das kleine China
> Bilderbuch: Tae-Jun Lee: Wann kommt Mama?

Wir verurteilen die Entführung Gui Minhais aufs Schärfste und fordern seine unverzügliche Freilassung. Die Situation der Meinungsfreiheit in China ist katastrophal und verschärft sich zunehmend. Das zeigen schon die Zensurforderungen gegenüber wissenschaftlichen Verlagen wie Cambridge University Press oder Springer Nature. Diesen Repressalien dürfen wir uns nicht beugen. Wir fordern die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, Schweden in seinen Bemühungen um die Freilassung Gui Minhais zu unterstützen. Die Meinungsfreiheit darf nicht zum Verhandlungsgegenstand werden, auch nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen. Sie ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar – das muss auch China verstehen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Gui Minhai hat in Hongkong regimekritische Schriften verlegt und verkauft. Der internationale Verlegerverband International Publishers Association hatte Gui Minhai in diesem Monat für die Shortlist des Prix Voltaire, einen Preis für das Eintreten für Meinungsfreiheit, ausgewählt.

– Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Pressemitteilung –

Ausschreibung für Uwe-Johnson-Preis 2018 startet

Vorschläge müssen bis zum 2. März 2018 bei der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V., 2.Ringstraße 21, 17033 Neubrandenburg eingereicht werden.
     Für den erstmals mit 20.000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preis können Autorinnen und Autoren oder deren Verlage bis zum 2. März 2018 unveröffentlichte sowie seit April 2016 veröffentlichte Arbeiten aus den Bereichen Prosa und Essayistik einreichen. Der Uwe-Johnson-Preis würdigt deutschsprachige Autorinnen und Autoren, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden und die heute mit ihren Texten ebenso unbestechlich und jenseits der „einfachen Wahrheiten“ deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektieren.
    
Die Bekanntgabe und Vorstellung der Preisträgerin oder des Preisträgers erfolgt im Rahmen jeweils einer Pressekonferenz in Berlin und Neubrandenburg, die Preisverleihung wird am Freitag, dem 21. September 2018, in der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Berlin stattfinden. Im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage in Neubrandenburg wird die Preisträgerin oder der Preisträger zudem vor einem breiten Publikum lesen. Eine weitere Lesung wird in Berlin stattfinden.

Vor zwei Jahren wurde der Uwe-Johnson-Preis Jan Koneffke und seinem Roman „Ein Sonntagskind“ zugesprochen. Zu den Preisträgern der letzten Jahre zählen Lutz Seiler (2014), Christoph Hein (2012), Christa Wolf (2010) und Uwe Tellkamp (2008). Seiler und Tellkamp erhielten kurz nach der Verleihung des Uwe-Johnson-Preises auch den Deutschen Buchpreis.

Wir freuen uns auf die spannenden Texte, die in diesem Jahr eingereicht werden. Vielleicht ist ja wieder der nächste Buchpreis-Kandidat darunter“, kommentiert Jurysprecher Carsten Gansel, Professor für Neuere deutsche Literatur und Germanistische Literatur- und Mediendidaktik an der Universität Gießen, die neuerliche Ausschreibung.

Börsenverein möchte Buchkäufer zurückgewinnen

Eine Wellness-Oase für die Seele“

Alexander Skipis im Gespräch mit Frank Meyer

zum Nachlesen und Nachhören (): Deutschlandfunk Kultur

Neben Carsten Gansel sind in der Jury vertreten: Raimund Fellinger, Cheflektor des Suhrkamp und des Insel Verlages, Andrea Gottke, Leiterin der Kulturredaktion im NDR Landesfunkhaus Mecklenburg Vorpommern. Michael Hametner, ehemals leitender Literaturredakteur und Moderator bei MDR FIGARO, Thomas Hummitzsch, freier Kritiker und Pressesprecher des Humanistischen Verbands Berlin-Brandenburg und René Strien, ehemaliger Geschäftsführer des Aufbau Verlages.

MEHR ZUM THEMA:
> Auszeichnung: Marcel Beyer bekommt den Georg-Büchner-Preis verliehen

Der Uwe-Johnson-Preis wurde 1994 erstmals verliehen, Kurt Drawert (1994), Walter Kempowski (1995) und Marcel Beyer (1997) gehören zu den ersten Preisträgern. Der mit 20.000 Euro dotierte Uwe-Johnson-Preis wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. gemeinsam mit dem der Kanzlei Gentz und Partner mbB, Berlin und dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis vergeben. Der mit 5.000 Euro Preisgeld ausgelobte Uwe-Johnson-Förderpreis würdigt herausragende Debütromane. 2017 wurde Shida Bazyar für ihren Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen zur Ausschreibung und den Teilnahmebedingungen finden Sie unter (): www.uwe-johnson-preis.de. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Ausschreibung in Ihrer redaktionellen Arbeit berücksichtigen.

– Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg, Pressemitteilung –


RETROPERSPEKTIVE

Wir haben einen weiteren Brief von Martin Luther veröffentlicht.

08.06.1526, Brief, grüner Briefumschlag, bunt, Lichtstrahlen, moderne Kunst, Talkirche, Geisweid, SiegenBrief:
Martin Luther an Dr. Johannes Rühel
8. Juni 1526
Meinem Herrn und Schwager, Doctor Johann Rühel zu Eisleben, freundlich geschrieben. Gnade und Friede in Christo. Das Psalterlein schick ich euch hiermit, lieber Herr Doctor und Schwager; mit dem ich vermag, will ich auch an die Psalmen. Ich habe das Anathemamehr > eingestellt am 22.01.2018

MIT AUTOR IM GESPRÄCH

Neulich war Axel Hacke Gast in die SWR1-Talkshow „Leute“ eingeladen und sprach mit Wolfgang Heim über sein neues Buch.

Am nächsten Mittwoch, 31. Januar 2018, ist er zwischen 9:05 und 10:30 Uhr in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ zu Gast.
     Sein aktuelles Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ steht seit 21 Wochen ununterbrochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, diese Woche auf Platz 3.

Es ist das Staunen über die wachsende Inhumanität, die Hacke bewegt. Verhaltensweisen, die das Unzivilisierte einsickern lassen, die neue Normen setzen, und – die moralische Substanz der demokratischen Gesellschaft untergraben.“ David Gern, ARD Titel Thesen Temperamente

– Kunstmann Verlag, Pressemitteilung –

Audio (): SWR1 im Gespräch mit Axel Hacke


GESTORBEN

Literatursalon, Äste, Natur

Man sieht die Sonne
langsam untergehen und
erschrickt doch, wenn
es plötzlich dunkel ist.“

Franz Kafka

* 05.09.1914                † 23. Januar 2018
Nicanor Parra Sandoval
chilenischer Dichter
Nicanor Parra Sandoval starb im Alter von 130 Jahren.
Er selber bezeichnete als Antipoet.


* 14.06.1939             † 18. Januar 2018
Peter Mayle
britischer Schriftsteller
Peter Mayle starb im Alter von 78 Jahren.
Bekannt wurde er vor allem durch sein Buch „Mein Jahr in der Provence“.

LEBENSBILD

Johannes Agricola war zeitweilig mit Martin Luther befreundet, doch deren Beziehung war schwierig. Auch wenn ihn heutzutage kaum deutscher Autor, Reformator, Biografie, blau, türkis, read Mary Read, Literaturmagazin online,jemand kennt, so ist er für die Literaturwissenschaft durchaus von Interesse.

deutscher Autor:
Johannes Agricola

Schattendasein
mehr > 23.01.2018


LESUNG

In Köln hat das Festival für Weltliteratur, Poetica Literaturfestival für Weltliteratur, Köln, Barbara Köhler, Yoko Tawada, Monique Truong,Morten Søndergaard, Jeffrey Angles, Prof. Dr. Ernst Osterkamp, Bei Dao, Hiromi Itō, Teju Cole, Anneke Brassinga, Kim Hyesoon, Jan Wagner,
4 begonnen. Wir waren bei der Eröffnung dabei, schildern unsere ersten Eindrücke:

Literaturfestival:
Bericht zur Eröffnung der Poetica 4 am 22. Januar 2018

In wechselnden Wassern

 … mehr > von Simone Jawor / 25.01.2018


AUSGEZEICHNET

Anna Felder erhält den Schweizer Grand Prix Literatur

Bern, 19.01.2018 – Der Schweizer Grand Prix Literatur 2018 geht an die Tessinerin Anna Felder für die Originalität ihres Gesamtwerks mit seinem subtilen Stil, geprägt von Menschlichkeit und Humor. Den Spezialpreis Übersetzung erhält die deutschsprachige Autorin und Übersetzerin Yla Margrit von Dach. Neben diesen beiden Auszeichnungen für Gesamtwerke werden zusätzlich die Schweizer Literaturpreise für im vergangenen Jahr erschienene literarische Werke vergeben. Die Preisverleihung mit einer Ansprache des Bundeskanzlers Walter Thurnherr findet am 15. Februar 2018 in der Nationalbibliothek in Bern statt.

Schweizer Grand Prix Literatur 2018 an Anna Felder

Anna Felder wurde 1937 in Lugano geboren. Sie hat in Zürich und Paris studiert und mit einer Arbeit zu Eugenio Montale, italienischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, promoviert. Heute lebt sie in Aarau und im Tessin.
     Von ihrem ersten, 1970 erschienenen Roman „Quasi Heimweh“ bis zu den 2017 veröffentlichten Kurzgeschichten des Bandes „Liquida“ schuf Anna Felder ein Werk, das durch seine Poesie und Musikalität, seinen feinen Humor und seinen genauen Blick auf die Menschen und die Natur besticht. Ihre Themen sind unspektakulär: Es geht um Beziehungen zwischen Menschen, aber auch um Dinge und Orte des täglichen Lebens. In subtilem Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede, Dialog und Erzählung präsentieren sich ihre Texte mit zauberhafter Leichtigkeit und Virtuosität.

Spezialpreis Übersetzung 2018 an Yla Margrit von Dach

Die Literaturübersetzerin (englisch und französisch) und Autorin Yla Margrit von Dach wurde 1946 geboren und lebt in Biel und Paris. Ihre mehrfach ausgezeichneten Übersetzungen haben zur Bekanntheit französischsprachiger Autorinnen und Autoren – insbesondere aus der Romandie – im deutschsprachigen Raum beigetragen. Dazu gehören Nicolas Bouvier, Catherine Safonoff, Marius Daniel Popescu und Michel Layaz. Mit ihren Übersetzungen und den Workshops, die sie in der Schweiz und im Ausland durchgeführt hat, trägt sie zur Anerkennung der Literaturübersetzung als eigenständige Kunstform bei.

Schweizer Literaturpreise 2018

Die Eidgenössische Jury für Literatur hat folgende Preisträgerinnen und Preisträger für ihre 2017 erschienenen Werke ausgezeichnet:

– Fabiano Alborghetti: „Maiser“ (italienischer Verlag: Marcos y Marcos)
– Dumenic Andry: „Sablun“ (schweizerischer Verlag: Chasa Editura Rumantscha)
– Michael Fehr: „Glanz und Schatten“ (Verlag: Der gesunde Menschenversand)
– Baptiste Gaillard: „Un domaine des corpuscules“ (Verlag: Hippocampe Editions)
– Yael Inokai: „Mahlstrom“ (Edition Blau bei Rotpunktverlag)
– Friederike Kretzen: „Schule der Indienfahrer“ (Stroemfeld Verlag)
– Jérôme Meizoz: „Faire le garçon“ (Editions Zoé)

Das Bundesamt für Kultur vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Schweizer Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus. Der Spezialpreis Übersetzung wird im Wechsel mit dem Spezialpreis Vermittlung alle zwei Jahre vergeben. Zusätzlich zu diesen mit je 40.000 Franken dotierten Auszeichnungen werden jährlich Preise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke ausgeschrieben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten je 25.000 Franken und werden durch spezifische Förderungsmaßnahmen unterstützt, die ihre Werke auf nationaler Ebene bekannt machen sollen. Insbesondere werden in der ganzen Schweiz Lesungen organisiert, die es den Autorinnen und Autoren ermöglichen, ihr Publikum über die Sprachgrenzen hinaus zu erweitern.

Verleihung der Schweizer Literaturpreise: Donnerstag, 15. Februar 2018, um 18.00 Uhr in der Nationalbibliothek in Bern

– Quelle: Bundesamt für Kultur (Schweiz), Pressemitteilung –

Kim Thúy steht auf der Shortlist für den LiBeraturpreis 2018

Kim Thúys Roman „Die vielen Namen der Liebe“ steht auf der Shortlist für den LiBeraturpreis 2018. 1987 von der Initiative LiBeraturpreis e.V. ins Leben gerufen, wird der LiBeraturpreis seit 2013 von Litprom vergeben. Dieser Publikumspreis zeichnet jährlich einen besonders beliebten Titel einer Autorin aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt aus.
     Seit 2016 ist das Voting öffentlich, d.h. Freundinnen und Freunde der Weltliteratur sind aufgerufen, ein Lieblingsbuch auszuwählen und damit die Preisträgerin mit zu bestimmen. Der LiBeraturpreis 2017 ging an die iranische Schriftstellerin Faribā Vafī für ihren Roman „Tarlan“ (Sujet Verlag 2015). Über die Preisträgerin 2018 wird im Mai entschieden, die Verleihung findet auf der Frankfurter Buchmesse statt.

Thúys Sätze haben die Textur von Pflanzenfasern: Und so steigen aus den Zeilen Ahnungen von Heimat und Verlust wie Gerüche von in der Sonne getrockneten Kräutern.“ Ingrid Mylo, Badische Zeitung

– Kunstmann Verlag, Pressemitteilung –

MEHR ZUM THEMA: Kim Thúy: Der Geschmack der Sehnsucht

TERMIN

Bücher, Fernsehsendung,

DRUCKFRISCH, am 23.01.2018

Am Sonntag, den 23. Januar 2018 wird um 23.35 Uhr eine neue Ausgabe von der Sendung „DRUCKFRISCH“ mit Denis Scheck bei ARD ausgestrahlt.

Auf folgende Bücher und Autoren können Sie sich in der Ausgabe freuen:

Fernando Aramburu: Patria
Angelika Klüssendorf: Jahre später
– Denis Scheck empfiehlt Mary Flannery O´Connor: Keiner Menschenseele kann man noch trauen. Storys

Und wie immer wird die TOP TEN der Spiegel-Besteller-Liste kommentieren, dieses Mal Sachbuch.


GEDICHTET

Zum 150. Todestag des österreichischen Schriftsteller und Dichter:

Gedicht, Lyrik, österreichischer Dichter, blau, scheinwerferlicht, read Mary Read, Literaturmagazin online,Gedicht:
Stifter, Adalbert:
Im Winter

Kinder lieben sehr den Schnee, / Spielen gern darin … Adalbert Stifter ist vor allem mit seinen Novellen und Erzählungen bekannt. Nachdem ihm 1840 die Veröffentlichung der Erzählungen „Der Condor“ und „Feldblumen“ erste Erfolge einbrachten, versuchte er sich mehr > eingestellt am 22.01.2018

Da im November diesen Jahres der 250. Geburtstag von dem Dichter Zacharias Werner gedacht wird und er beim Teil seiner Gedichte ein Datum dazu gesetzt hat, wird beim Literaturmagazin read MaryRead just an den Tagen ein Gedicht von ihm erscheinen. Ein weiteres Gedicht von ihm ist nun online einsehbar:

Gedicht:
Werner, Zacharias
:
Pietro Montorio
.
(Den 24. Januar 1811.)
Des Wunderthäters Moses Augen haben / Das heil’ge Land erblicket aus sich spreiten, / Von ferne nur, er durft’ es nicht beschreiten, / Drum hat ihn auf dem Berge Gott begraben. // Doch schöner that der Herr den Petrus laben, / Als er zum mehr > eingestellt am 24.01.2018


LITERATURFLUG

Wie jede Woche durchstöbern wir das Internet nach Lesenswertem, Wissenswertem und ähnliches. Dieses Mal habe wir für Sie:

Dossier: Stefan Maurer (): Was uns gestachelter Draht und elektrischer Strom verwehren. Adalbert Schremmers Gedicht Wolken über Dachau

Dossier: Wolfgang Pollanz (): Der Zaun

Nicht nur der Spiegel gibt regelmäßig Bestseller-Listen heraus, auch das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels. Die aktuelle Liste vom 24.01.2018 ist hier einsehbar (): Bestseller-Liste vom Börsenblatt des Deutschen Buchhandels

AUCH DAS NOCH

Eine Groteske?

Über manches könnte man lachen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Derzeit wird landauf, landab viel über Sexismus diskutiert, man denke nur an #MeToo. Die Debatte ist inzwischen auch in der Berliner Alice Salomon Hochschule angekommen. An dieser Hochschule wurde darüber abgestimmt, ob das Gedicht „avenidas“ von dem bolivianisch-schweizerischen Schriftsteller und Dichter Eugen Gomringer an der Fassade des Universitätsgebäudes bleiben darf. Es klingt grotesk: Genau diese Universität hat genau diesen Dichter 2011 mit dem Alice-Salomon-Poetik-Preis geehrt und in diesem Zusammenhang sein Gedicht an die Fassade angebracht.
     Die Mehrheit der Studierenden ist für die Entfernung des Gedichts, weil es zu sexistisch sei. Unkenrufen zu Folge besteht der wahre Sexismus im Gedicht darin, dass dieses in der Schweizer Zeitschrift „Spirale“ (wer denkt hierbei nicht an einem Verhütungsmittel) veröffentlicht wurde. Laut dem Magazin „Die Zeit“ waren einige Studierende dafür, dass anstelle des Gedichts von Eugen Gomringer dies entweder mit einem Gedicht einer Autorin zu versehen oder eines von einem mit Migrationshintergrund zu ersetzen. Hierbei stellt sich die Frage, ab wann darf man sich nicht mehr als ein Mensch mit Migrationshintergrund bezeichnen? Ab der zweiten Generation? Immerhin stammt die Mutter von Eugen Gomringer aus Bolivien. Wenn dem so ist, dass Menschen in der zweiten Generation sich nicht mehr mit Migration identifizieren sollen, dann sollten wir endlich sämtlichen Menschen, die in der zweiten Generation hier leben, automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft geben.

Den ganzen Artikel von Die Zeit, einschließlich mit deutscher Übersetzung des Gedichts: Tomasz Kurianowicz (): Diese Kunst soll weg


REDEN ÜBER GOTT

An dieser Stelle wird ab sofort ein christlich-religiöses Gedicht, ein Auszug aus der Bibel oder Vergleichbares sein. An diesem Wochenende wird mit Johannes Agricola gestartet.

Kirchenlied, Gedicht, blau, read MaryRead, Literaturmagazin, online, Lichtkegel,Gedicht:
Agricola, Johannes:
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, / ich bitt, erhör mein Klagen; / verleih mir Gnad zu dieser Frist, / laß mich doch nicht verzagen. / Den rechten Glauben, Herr, ich mein, / den wollest du mir geben, / dir zu leben, / meim Nächsten nütz zu sein, / dein Wort zu halten ebenmehr > eingestellt am 28.01.2018


DAS FAST ALLERLETZTE WORT

Literatursalon, Seifenblasen, große Seifenblase, dunkelgrün,

Moderne Redekunst

Vielerorts schießen Start-up-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden. Die Vorgehensweise hat man sich von der antiken Redekunst abgeschaut, als Rhetorik noch als ein Produkt betrachtet wurde. Zur Anleitung gab man den Rednern einen Sechs-Punkte-Plan an die Hand, hielt man sich daran, war der Applaus schon halb garantiert. Der Sechs-Punkte-Plan sieht zunächst eine Planungsüberlegung vor, dem folgt die Beschreibung, vergleichbar mit dem Businessplan, zum Schluss kommt die Umsetzung, die eigentliche Bewährungsprobe.
     Inzwischen ist die Rhetorik vergleichbar mit einer Seifenblase. Beobachtet man Kinder, die für sich gerade die Seifenblasen entdeckt haben, kann man ihre Faszination in ihren Gesichtern ablesen und egal, wie oft eine Seifenblase zerplatzt, immer und immer wieder produzieren sie geduldig neue. Meistens artet es zu einem Wettbewerb aus, wer die schönste und größte Seifenblase hinbekommt. Und ja, Seifenblasen sehen wunderschön aus, ihrer Wirkung kann man sich kaum entziehen. Desto größer und kunstvoller sie ist, desto größer die Faszination. Aber irgendwann platzt sie, zurück bleibt im Grunde – Nichts.

Wenn Sie nicht nur Seifenblasen präsentiert bekommen wollen, dann schauen Sie doch wieder in unserem nächsten Literatursalon hinein. Wir würden uns auf jeden Fall darüber freuen.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.

Falls Sie sich mal wieder über eine Lektüre ärgern:
Bücher haben Kanten, um das Denken anzustoßen.

© read MaryRead 2018

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