Literatursalon: Fusionierung von Mayersche und Thalia sowie ein runder Geburtstag der unbeugsamen Gallier

2019-01-12, 12. Januar 2019, Asterix, Frankfurter Buchmesse, Der etwas andere Wochenrückblick, read MaryRead, Literaturmagazin online,

made by © read MaryRead

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Donnerstag Morgen, den 10. Januar 2019 wurde das Geheimnis gelüftet: Mayersche und Thalia möchten miteinander fusionieren, doch noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. (siehe auch „LITERATURpolitikum“)
     Vergangene Woche waren teilweise die Gemüter über die mögliche Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an Robert Menasse erhitzt, Rheinland-Pfalz hat diesbezüglich diese Woche eine Entscheidung getroffen (mehr dazu unter „AUSGEZEICHNET“).
    
Comicliebhaber werden sich freuen, aber nicht nur sie: Das kleine gallische Dorf mit Asterix und Obelix feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Weitere Informationen hierzu gibt es unter „AUCH DAS NOCH“.

Wie immer an dieser Stelle wünsche wieder viel Spaß beim Stöbern und entdecken,
         Ihre Redaktionsleitung von read MaryRead

Claudia Bröcher

INHALTSVERZEICHNIS:

LITERATURpolitikum: Mayersche und Thalia schließen sich zu Europas bedeutendstem Buchhandelsunternehmen zusammen
                                   > Buchmarkt 2018
RETROSPEKTIVE: Hans Aanrud
                                >
Unwort des Jahres 2016
KURZSTRECKE 1989er: Das Schwein im eigenen Haus
GESTORBEN: Nachtrag zu Amos Oz
BESPROCHEN: Ulrike Fischer
LESUNG: roboter mit senf
AUSGEZEICHNET: Ein Sieg für die Literatur
VERANSTALTUNGEN: Lesung mit Ursula Krechel
                                      > 
18. Berliner Wintersalon – Geschichten in Jurten
                                      >
Bekanntgaben in der nächsten Woche
LeseNETZ
AUCH DAS NOCH: Die berühmten Gallier feiern dieses Jahr ihren 60. Geburtstag!
LITERATURSALON als Printausgabe


LITERATURpolitikum

Buchhandel im Schulterschluss:

Literatursalon, 2019-01-12, Fusionierung von Mayersche und Thalia sowie ein runder Geburtstag der unbeugsamen Gallier, read MaryRead, Literaturmagazin online,

Mayersche Buchhandlung in Aachen / made by © read MaryRead

Mayersche und Thalia schließen sich zu Europas bedeutendstem Buchhandelsunternehmen zusammen

Aus den 55 Mayerschen Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und den rund 300 von Thalia im deutschsprachigen Raum wird Europas bedeutendster familiengeführter Sortimentsbuchhändler

Die beiden Unternehmen werden voneinander lernen und die jeweiligen Stärken zum Nutzen der Kunden einbringen“, erklärt Dr. Hartmut Falter, Inhaber und Geschäftsführer der traditionsreichen Mayerschen Buchhandlung und künftig zweiter geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. „So werden die Kompetenzen der Mayerschen und von Thalia zu einer komplementären und neuen Qualität zusammengeführt.“ Das Stammhaus in Aachen verbleibt weiterhin bei der Familie Falter.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel sind zukunftsweisende Konzepte und Allianzen notwendig, um weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren. „Thalia und die Mayersche verschmelzen zu einem innovationsstarken Buchhändler, der nicht nur für eine hohe Marktpräsenz steht, sondern auch für das im internationalen Vergleich erfolgreichste Omni-Channel-Buchhandelsunternehmen“, sagt Michael Busch, CEO und geschäftsführender Gesellschafter von Thalia. Der Zusammenschluss sei zugleich ein klares Signal für die Branche. Busch: „Wir setzen auf beständige Allianzen, denn wir im deutschen Buchhandel sind erfolgreicher, wenn wir gemeinsam handeln.“
     Die Unternehmen Mayersche mit der Tochter B.O.B und Thalia werden gesellschaftsrechtlich integriert. Der bisherige Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz, wird um die Familie Falter erweitert. Hartmut Falter wird zweiter geschäftsführender Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung von Thalia.
    
In dieser Rolle wird er weiterhin die Mayersche KG mit Best Of Books direkt führen, die Integration der beiden Unternehmensgruppen leiten und die Verantwortung für den Bereich Unternehmensentwicklung für das Gesamtunternehmen übernehmen. Der Verwaltungsstandort an der Matthiashofstraße in Aachen bleibt erhalten und übernimmt zukünftig Serviceaufgaben des gemeinsamen Unternehmens.

Hartmut Falter betont: „Die Mayersche und Thalia haben das gleiche Verständnis vom Buchhandel und teilen die gleichen Werte. Wir blicken auf eine lange Tradition im Buchhandel zurück, wir sind erfolgreiche Familienunternehmer und stehen für die uneingeschränkte Liebe zum Buch. In unserer neuen Partnerschaft wollen wir noch innovativer und interessanter für unsere Kunden werden.“ Das Online-Geschäft wird zukünftig gemeinsam vorangetrieben. Das sichert eine größere Reichweite und mehr Marktstärke im Wettbewerb mit international agierenden Online-Händlern.

Für Thalia folgt der Zusammenschluss mit der Mayerschen Buchhandlung auf den Marken-Relaunch im September 2018. Ziel der umfassenden Erneuerung ist es, die Relevanz von Büchern und inspirierenden Inhalten bei den Menschen zu stärken. Buchhandlungen mit einem kuratierten und überraschenden Sortiment sollen noch mehr als bisher zu analogen Rückzugsorten mit der richtigen Atmosphäre zum Eintauchen in Geschichten werden. Die persönliche Beratung durch qualifizierte und begeisterte Mitarbeiter macht dabei für den Kunden den wesentlichen Unterschied zum reinen Online-Handel aus.
     Beide Häuser wollen die jeweiligen Kompetenzen zu einer komplementären und neuen Qualität für den Kunden zusammenführen. Best Of Books, der führende Shop-System-Betreiber für Bücher steht dabei für die Diversifikationskompetenz der Mayerschen. Seit mehr als 15 Jahren erschließt das Unternehmen Vertriebskanäle im Buch-Nebenmarkt wie SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Supermärkte und Drogerien. Die Stärken von Thalia liegen unter anderem in den Systemvorteilen und in der Omni-Channel-Expertise. Mit einem 100-prozentigen Fokus auf den Kundennutzen sind neue Services entstanden, die den Einkauf bei Thalia inspirierend und spielerisch einfach machen. So können online bestellte Bücher innerhalb von zwei Stunden in einer Buchhandlung in der Nähe abgeholt und Einkäufe in den Buchhandlungen mobil bezahlt werden – das Anstehen an der Kasse entfällt. Mit der Thalia App kann der Kunde seinem Lieblingsbuchhändler online folgen und auf exklusive Buchhändlerempfehlungen zugreifen.
    
Eine besondere Bedeutung kommt der 2013 gegründeten tolino Allianz zu, zu deren Gründungsmitgliedern Thalia gehört und der sich bisher international über 2.000 Buchhändler angeschlossen haben. Die Mayersche Buchhandlung ist seit 2015 tolino Partner.
    
Die deutsche Branchenlösung bietet dem US-amerikanischen Wettbewerber „Kindle“ erfolgreich Paroli – das ist neben Kanada weltweit einmalig. Mit der Kampagne „Welt, bleib wach“ sowie dem digitalen Buch-Abo Skoobe setzt Thalia aktuell erneut auf Branchenlösungen, um eine Breitenwirkung für das Lesen und das Buch zu erzielen.
    
Für Manuel Herder, Verleger aus Freiburg und Mehrheitsgesellschafter bei Thalia, ist der Zusammenschluss der beiden Häuser „der richtige Schritt von Unternehmerfamilien, ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur zu setzen.“
    
Über die Modalitäten des Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vertrag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Fusionskontrollbehörden.

Über die Mayersche

Die Mayersche Buchhandlung wurde im Jahr 1817 von Jacob Anton Mayer in Aachen gegründet. 2017 feierte sie ihr 200-jähriges Bestehen. Seit der Gründung ist die Mayersche in Familienbesitz. Heute wird das Traditionsunternehmen von der Familie Falter geführt und ist derzeit an insgesamt 55 Standorten im Westen Deutschlands vertreten. Zum Unternehmen gehört der Shop-in-Shop-Anbieter Best of Books. Insgesamt werden rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter knapp 120 Auszubildende, beschäftigt.

Über Thalia

Thalia wurde 1919 in Hamburg gegründet und ist heute der größte Sortimentsbuchhändler im deutschen Sprachraum. Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz. Zu Thalia gehören rund 300 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich, inklusive 50% der Anteile an den mehr als 30 Buchhandlungen der Orell Füssli Thalia AG in der Schweiz. Thalia verbindet buchhändlerische Tradition und innovative digitale Services, die das Einkaufserlebnis persönlich, inspirierend und zugleich spielerisch einfach machen. Der erfolgreiche Omni-Channel-Ansatz des Unternehmens ermöglicht den Kunden den Zugang zu Angeboten über alle denkbaren Kanäle hinweg. Mit rund 3.000 Veranstaltungen im Jahr ist Thalia einer der großen Lese- und Literaturförderer in Deutschland. Für das Unternehmen sind 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Hauptsitz der Verwaltung befindet sich in Hagen.

– Thalia, Pressemitteilung vom 10.01.2019 –

 

Statistik, Kreis, schöne Anrodnung, blau, bunt, read MaryRead, Literaturmagazin online,Speaking-Corner:
Buchmarkt 2018

Umsatz mit Büchern ist stabil

Der Buchmarkt konnte 2018 seinen Umsatz halten: Mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent liegt das Jahresergebnis der zentralen Vertriebswege (Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- undmehr >
10.01.2019


RETROSPEKTIVE

Vor 66 Jahren starb der norwegische Schriftsteller Hans Aanrud.

Bücherauto, norwegischer Schriftsteller, Legende, Zwerge, read maryRead, Literaturmagazin onlinenorwegischer Schriftsteller:
Hans Aanrud

Das schöne Landleben
In seinen Kinderbüchern, Komödien und Tragödien schimmert seine Herkunft durcher wuchs auf einem Bauernhof in einem Bergtal in etwa der Mitte von Norwegen auf – das bäuerliche Leben ist sein Thema. Er beschreibt die Landschaften stimmungsvollmehr >
09.01.2019

Außerdem:

Literaturgeschichte, Menschen, Brandenburger Tor, Mund, geöffneter Mund, bunte Mneschen, read MaryRead, Literaturmagazin online,Literaturgeschichte:
Unwort des Jahres 2016: Volksverräter
Verneinung der Grundrechte ALLER Menschen
Georg Bücher verwendete den BegriffVolksverräter“ als Synonym für die Obrigkeit, für den ersten und zweiten Stand (Adel). Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen rechtsgerichtete Gruppierungen das Wort, die Nationalsozialisten führten es dann alsmehr >
11.01.2019


KURZSTRECKE 1989er

Das Schwein im eigenen Haus

Ein Kinderbuch sorgte 1989 für etwas Furore, die Rede ist vom „Rennschwein Rudi Rüssel“ von Uwe Timm, verlegt wurde es bei Nagel & Kimche. Eine Familie gewinnt bei einer Tombola ein Schwein, dass ihr Leben verändern sollte. Wie nebenbei erfährt man auch, dass es verschiedene Arten von Hausschweinen gibt. Zwischen den Zeilen schwingt die Kritik gegenüber den Mastbetrieben mit. Neben der humorvollen Erzählung sind auch die Illustrationen von Gunnar Matysiak, die einen begeistern können, mit welcher Sorgfalt diese angefertigt wurden, an denen deutlich wird, dass er zuvor die Geschichte gelesen hat und nicht nur die groben Zusammenhänge kennt.
     Ein Jahr später, 1990 wurde Uwe Timm für dieses herrliche Kinderbuch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 1995 wurde es von Peter Timm verfilmt, ein Jahr später wurde es mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Neunzehn Jahre nach dem Erscheinen des Buches strahlte die ARD in 39 Folgen eine Serie darüber aus.

Am 4. Dezember 2018 wurde Uwe Timm und 27 weitere Personen mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, die Geehrten setzen sich für das Gedenken an Unrecht und Diktatur ebenso ein wie für die Erinnerung an die deutsche Freiheits- und Demokratiegeschichte.

– Alice Haase –

Für den Schulunterricht wurde ein Konzept entwickelt, dass beim Deutschen Taschenbuch Verlag abrufbar ist (): Rennschwein Rudi Rüssel

Literatursalon, 2019-01-12, Fusionierung von Mayersche und Thalia sowie ein runder Geburtstag der unbeugsamen Gallier, Kinderbuch, Deutscher Jugendliteraturpreis,Uwe Timm: Rennschwein Rudi Rüssel
Illustrationen: Gunnar Matysiak
Kinderbuch
Alter: ab 7 Jahre
164 Seiten
Taschenbuch
Format (H x B x T): 191 x 121 x 9 mm
Gewicht: 178 g
erschien: 12.01.2001
Verlag: dtv
ISBN 978-3-423-70285-0
Preis: 6,95 € (D), 7,20 € (A)

Literatursalon, Beton, Industrie, Wenn wir wollen stehen alle Räder still,

frei nach Rio Reiser

In diesem Jahr feiern wir den 30jährigen Mauerfall. Legendär waren die Montagsdemonstrationen, legendär war auch der Auftritt von Hans-Dietrich Genscher in Ungarn und insbesondere war der neunte November legendär, als Günter Schabowski die Worte über die Reisefreiheit aussprach. Zeit, um mal nachzuschauen, wie 1989 das literarische Leben aussah.

7. Januar 1989: Zum ersten Mal fanden in Moskau unter sowjetischer Herrschaft westdeutsche Theatertage statt.

8. Januar 1989: Der japanische Literaturkritiker und Lyriker Ueda Miyoji starb im Alter von 65 Jahren.

Vor dreißig Jahren, am 11. Januar wurde folgendes Hörspiel uraufgeführt:

Johann Wolfgang von Goethe, read Maryread, Literaturmagazin online,Literaturgeschichte:
Hörspiel
Das Jüngste Gericht – Hercule Perrier hat nie gelebtvon Thomas Palzer, Thomas Meinecke und Berg Lauchstaedt
Warum schreibt man?
Hat das Schreiben einen Sinn und wenn ja, welchen? Während die einen der Meinung sind, dass Schriftsteller und Dichter sich zu sämtlichen Themen äußern sollen, unabhängig davon, inwiefern das Thema für die Leser*innen im Moment interessant istmehr >
11.01.2019

12. Januar 1989: Im Rahmen der in Graz stattfindenden Forum Stadtpark lasen die beiden österreichischen Schriftsteller Lucas Cejpek und Ingram Hartinger. Zugleich wurde die Ausstellung „Ingram Hartinger: Zeichnungen“ eröffnet.


BESPROCHEN

Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritiker, Kinderbuch, Bilderbuch, zweisprachig,Bilderbuch, ab 2 Jahre:
Fischer, Ulrike:
Beim Kinderarzt

Teddybär bringt die Lösung
Seit spätestens dem „Club der toten Dichter“ von Peter Weir weiß man, dass ein Perspektivwechsel sinnvoll sein kann, vielleicht sogar nützlich. Dies trifft auf das Bilderbuch „Beim Kinderarzt“ von Ulrike Fischer zu, ungeklärt bleibt vorerst, für wen ein mehr >
08.01.2019


GESTORBEN

Nachtrag:

Bundespräsident Steinmeier kondoliert der Witwe von Amos Oz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Witwe von dem israelischen Schriftsteller Amos Oz, Nily Oz, ein Kondolenzschreiben am 28. Dezember 2018 gesandt. Darin heißt es:

Sehr verehrte Frau Oz,

die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat mich sehr erschüttert. Mit ihm verliert die Welt einen großen Schriftsteller, einen großartigen Menschen und ich einen Freund.
     Für Amos Oz war der Kampf gegen Gewalt und Fanatismus jeder Couleur – auch im eigenen Land – zum Lebensthema geworden. Die Sehnsucht nach Frieden war sein tägliches Ringen. Er lehnte das Entweder-Oder, Sieg oder Untergang ab und drang auf den Dialog zwischen Feinden.
    
Er war Gesicht und Stimme einer zeitgenössischen israelischen Literatur, die sich stets für Frieden und Aussöhnung im Nahen Osten einsetzte. Seine Stimme wird fehlen. Und er wird auch mir fehlen – als Freund, als Ratgeber und als Gesprächspartner.
    
Für das Unsagbare fand Amos Oz wunderbare Worte. Sein Opus Magnum ‚Eine Geschichte von Liebe und Finsternis‘ hat den Weg nicht nur in mein Herz, sondern auch in die Herzen unzähliger Leser auf der ganzen Welt gefunden. Nirgendwo wird schöner, eindringlicher, aber auch zärtlicher von den Pionieren und ihrer Utopie, sich endlich die eigene Heimat zu schaffen, erzählt. Mit der Rückschau auf die eigene Familiengeschichte ist Amos Oz zugleich eine nationale Chronik Israels gelungen.
    
‚Einen Leser neugierig und mitfühlend zu machen ist eine moralische Dimension guter Literatur‘, hat Ihr Mann einmal gesagt. Ihm ist das auf einzigartige Weise gelungen.“

– Bundespräsident, Pressemitteilung –


LESUNG

roboter mit senf

Eine neue Literatursendung, pardon Literaturshow aus Österreich: roboter mit Senf. Am 25. Oktober 2018 wurde sie mithilfe der Moderation von Daniela Strigl und Klaus Karstberger, der hierzulande vor allem als Kritiker beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb bekannt ist, ausgestrahlt. Gäste waren: Gilbert Prilasnig, Clemens Setz und Sarah Wipauer.

Die nächste Sendung ist für den 16. März 2019 ab 20 Uhr geplant. Gäste werden voraussichtlich Veit Heinichen, Stefanie Sargnagel und Barbara Zemann sein.


AUSGEZEICHNET

Ein Sieg für die Literatur

In der letzten Ausgabe vom Literatursalon berichtete read MaryRead über die Infragestellung der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an den österreichischen Schriftsteller Robert Menasse. Anfang der Woche gab Rheinland-Pfalz bekannt, dass die Medaille am 18. Januar verliehen wird. Diese Nachricht ist ein Zeichen davon, dass literarische Auszeichnungen nicht vom absoluten Wahrheitsgehalt abhängig gemacht werden müssen, auch nicht von der teilweise barschen Kritik, vielmehr vom literarischen Können.

In der Erklärung „Erklärung zur Verleihung des Carl-Zuckmayer-Preises 2019 an Robert Menasse“ von der Ministerpräsidentin Malu Dreyer vom 7. Januar 2019 heißt es:

„„Robert Menasse hat sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben, er hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen, für das er zurecht große Anerkennung erhält. Sein engagiertes Streiten für die europäische Idee trifft europaweit auf große Resonanz und hat die politische Debatte um die Zukunft der Europäischen Union sehr bereichert. In Würdigung dieses beeindruckenden Wirkens werde ich Robert Menasse am 18. Januar 2019 die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen“, so Ministerpräsidentin Dreyer.

Die öffentliche Diskussion um den Umgang von Robert Menasse mit angeblichen Zitaten von Walter Hallstein hatte einen intensiven Austausch zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem Kommissionsvorsitzenden, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Robert Menasse zur Folge.
    Wir sind davon überzeugt, dass die vorbehaltlose Anerkennung von Fakten zum Wertefundament unserer liberalen Öffentlichkeit gehört. Die Bereitschaft, ja die Notwendigkeit, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen, ist für das Gelingen einer demokratischen Debatte unerlässlich“, so Dreyer und Menasse. In einem offenen politischen Austausch müsse der Konsens gelten, dass in höchstem Maße gewissenhaft und sorgfältig mit Zitaten und historischen Tatsachen umgegangen werde.
    
Es war ein Fehler von mir, Walter Hallstein in öffentlichen Äußerungen und nicht-fiktionalen Texten Zitate zuzuschreiben, die er wörtlich so nicht gesagt hat. Es war unüberlegt, dass ich im Vertrauen auf Hörensagen die Antrittsrede von Hallstein in Auschwitz verortet habe. Diese hat dort nicht stattgefunden. Das hätte ich überprüfen müssen. Ich habe diese Fehler nicht absichtsvoll und nicht mit dem Ziel der Täuschung begangen. Ich hielt diese Geschichte für ein starkes symbolisches Bild des europäischen Einigungsprojekts, das doch zweifellos mit dem Schwur ‘Nie wieder Auschwitz‘ verbunden ist. In meinem Roman ist das stimmig, aber die Vermischung von literarischen Fiktionen mit Äußerungen in europapolitischen Diskussionen bedauere ich sehr und entschuldige mich bei allen, die sich getäuscht fühlen“, erklärt Robert Menasse.
    
Es gebe einen Unterschied zwischen der künstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden müsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe. Während Ersterer mit der historischen wie gegenwärtigen Realität künstlerisch umgehen, sie deuten und modellieren dürfe, unterliege Letzterer der Verpflichtung, Fakten von Fiktion zu trennen.
    
Das Spiel von Fakten und Fiktionen zuzuspitzen und zu polarisieren – das war lange Zeit im öffentlichen Diskurs eine Rolle des Dichters. Es war eine produktive Methode, Diskussionen auszulösen, vor der sich Pragmatiker und so genannte Realisten drücken. Dass aber heute, in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, in Zeiten von Hetze und absichtlichen Fälschungen, hier klar abgegrenzt werden muss, verstehe ich. Die künstlerische Freiheit im Roman und die Spielregeln im politischen Diskurs dürfen nicht vermischt werden. Darauf werde ich achten und darauf können Sie sich verlassen“, so Menasse.“

– Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung –


TERMINE

18. Berliner Wintersalon – Geschichten in Jurten

Vom 17. Januar bis 20. Januar 2019 findet zum 18. mal im Sony Center Berlin eine bzw. etliche Lesebühnen statt. Zahlreiche Autoren werden zugegen sein.
     weitere Infos (): Sony Center

Lesung mit Ursula Krechel: ›Geisterbahn‹

Im sogenannten Klappentext heißt es zum Roman „Geisterbahn“:

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie, vielfach ausgezeichnet und gefeiert, mit »Shanghai fern von wo« und »Landgericht« begonnen hat. »Geisterbahn« erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Oktober 2018 wurde es vom SWR in die Bestenliste aufgenommen, es rangierte auf Platz 5 (von insgesamt 10 Plätzen).

In der ()  ARD Mediathek kann man Ursula Krechel im Interview sehen.

Termin: 20. Januar 2019, um 18 Uhr
Ort: Staatstheater Mainz, Kleines Haus / Gutenbergplatz 7 / 55116 Mainz

(): Tickets

Eine Veranstaltung des Staatstheaters Mainz in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz.

Literatursalon, 2019-01-12, Fusionierung von Mayersche und Thalia sowie ein runder Geburtstag der unbeugsamen Gallier, RomanUrsula Krechel: Geisterbahn
Roman
650 Seiten
gebunden
Format (H x B x T): 189 x 152 x 43 mm
Gewicht: 789 g
erschien: 05.09.2018
Verlag: Jung und Jung
ISBN 978-3-99027-219-0
Preis: 32,00 € (D), 32,00 € (A)

Bekanntgaben in der nächsten Woche

Unwort des Jahres

Am 15. Januar 2019 wird das „Unwort des Jahres 2018“ bekannt gegeben.


Deutscher Krimipreis

In der kommenden Woche kann man damit rechnen, dass die Gewinner*innen vom „Deutschen Krimipreis“ bekannt gegeben werden.

Peter-Huchel-Preis

Am 19. Januar 2019 gibt die Jury die Trägerin bzw. Träger vom diesjährigen Peter-Huchel-Preis bekannt.
     In der Jury sind: Nobert Hummelt, Manfred Koch, Kristina Maidt-Zinke, Jan Röhnert, Hubert Spiegel, Beate Tröger, Evi Zemanek, Ekkehard Skoruppa (ohne Stimme), Christoph Heinkele (ohne Stimme)


Weitere Termine sind in der „Printausgabe“ enthalten.


LeseNETZ

Wie jede Woche durchstöbern wir das Internet nach Lesenswertem, Wissenswertem und ähnliches. Dieses Mal habe wir für Sie:

Bestseller:

(): Vom Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 09.01.2019

Zum Nachhören und Nachlesen:

(): Rechtsextreme Bolsonaro-Regierung: Brasilianische Autoren erwägen Flucht, Deutschlandfunk Kultur

Artikel:

(): Berliner Stipendium für Schriftsteller im Exil: Galal Alahmadi wird Torschreiber 2019, Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 09.01.2019

(): Streit im Nobelpreiskomitee: Umstrittenes Mitglied stellt Forderungen – Streit-im-Nobelpreiskomitee-Umstrittenes-Mitglied-stellt-Forderungen, Der Standard vom 07.01.2019

(): Paul Ingendaay: Fernando Aramburu: Ein Moralist, der nicht moralisiert, FAZ vom 09.01.2019

(): Johannes Breckner: Darmstädter Goethe-Gesellschaft sucht dingend Nachfolger, Main-Spitze vom 09.01.2019


AUCH DAS NOCH

Die berühmten Gallier feiern dieses Jahr ihren 60. Geburtstag!

Beim Teutates! Am 24. Oktober 2019 erscheint ein neues Asterix-Album!

Die unbeugsamen Gallier kehren zurück! Noch ist der Inhalt des neuen Abenteuers so geheim wie das Rezept des Zaubertranks. Trotzdem haben es sich die Autoren Jean-Yves Ferri und Didier Conrad nicht nehmen lassen, ein paar kleine Hinwiese auf die Geschichte zu liefern:

Dass ich schon als kleines Kind Comiczeichner werden wollte, habe ich wohl Asterix zu verdanken. Ich muss 7 oder 8 gewesen sein, als ich mit dem Zeichnen anfing, kurz nachdem ich das erste Mal ein Abenteuer von Asterix und Obelix gelesen hatte. Es ist unglaublich, welche Bedeutung diese Comicreihe heute in der Popkultur hat. Dass Asterix noch immer der mit Abstand erfolgreichste Vertreter seiner Art ist, das ist schon eine starke Leistung! Jetzt, wo ich selbst 60 bin, finde ich: Das ist doch noch kein Alter! Dieses Jahr erscheint ein neues Album – Band 38! Für das neue Abenteuer haben Jean-Yves und ich uns von dem geflügelten Wort ‚unsere Vorfahren, die Gallier‘ inspirieren lassen … Natürlich ist nicht wirklich bekannt, wer ihre Vorfahren waren! Soviel kann ich immerhin schon verraten: Eine sehr wichtige Person kommt in das Dorf. Wer? Das erfahrt Ihr im neuen Album!“ Didier Conrad

Tatsächlich wurde Asterix im gleichen Jahr wie ich geboren: 1959. Meine Mutter wollte mich übrigens Asterix nennen, hat es sich dann aber anders überlegt, als sie feststellte, dass der Name schon vergeben war. Ich erinnere mich an graue Urzeiten, als wunderschöne Comicalben noch am Erscheinungstag in die Schaufenster der Buchhandlungen gelegt wurden und meine Kinderaugen mächtix zum Leuchten brachten. Unter diesen bunten Alben war immer auch das neue Asterix-Album, das man auf jeden Fall gelesen haben musste! Hinterher hat man dann mit den anderen Jungs darüber gefachsimpelt. Jetzt werd’ ich schon ganz gefühlsduselix…
     Wo wir gerade von Kindern sprechen: Der Teaser, den mein Kollege Didier Conrad (der übrigens ursprünglich ebenfalls Asterix heißen sollte) und ich vorbereitet haben, zeigt den Druiden Miraculix, wie er versucht, den Jüngsten im Dorf etwas Geschichte zu lehren. Hoppla! Ist das vielleicht ein Hinweis auf den nächsten Band? Möglich wär’s. Es bleibt in jedem Fall spannend. Wenn ich das neue Abenteuer nicht schon kennen würde, würde ich „hurtix“ in die nächste Buchhandlung spurten!“ Jean-Yves Ferri

2019 feiert Asterix ein großes Jubiläum! Seit 60 Jahren sorgen Asterix und Obelix weltweit für Furore. Seit dem 29.10.1959 wurden 390 Millionen Alben und Übersetzungen in 111 Sprachen und Dialekten verkauft – davon 130 Millionen allein in Deutschland! Albert Uderzo und René Goscinny, den Schöpfern der Asterix-Reihe, verdankt Frankreich somit einen seiner größten  Exportschlager. So ein Jubiläums-Jahr muss gefeiert werden. Nicht nur mit dem 38. Band  der Reihe, welcher nach „Asterix in Italien“ das vierte Gemeinschaftswerk des Autorenduos Jean-Yves Ferri und Didier Conrad ist.
     Freuen Sie sich auch auf den neuen Animationsfilm „Asterix – Das Geheimnis Des Zaubertranks“ (ab dem 14.03.2019 im Kino) und viele weitere Publikationen und Überraschungen, über die wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten werden.

– Egmont Verlag, Pressemitteilung vom 07.01.2019 –


LITERATURSALON als Printausgabe

2019-01-12, 12. Januar 2019, Asterix, Frankfurter Buchmesse, PrintuasgabeSie können diese Ausgabe vom Literatursalon sich kostenlos downloaden. Gerne dürfen Sie es an Freunden versenden und wenn Sie mögen, dürfen Sie es auf Ihrer Website / Bloggerseite zeigen. Dazu dürfen Sie das Cover kostenlos downloaden.


Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende mit freien Wegen und Straßen. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.

Bücher haben Kanten, um das Denken anzustoßen.

© read MaryRead 2019

Bordbuch

Home > Bordbuch > Hafenberichte > Journal > Literatursalon: Fusionierung von Mayersche und Thalia sowie ein runder Geburtstag der unbeugsamen Gallier


21.
Aug. ´19

13.
Aug.´19

27.
Aug. ´19

Bilderbuch, ab 5 Jahre:
Iris Anemone Paul: Polka für Igor

deutsche Literaturwissenschaftlerin:
Dossier: Regina Pantos

Orient, Gitarre, Musik,
Literaturwissenschaftlerin, Till Eulenspiegel, Clown, Nacht der tausend Lichter, Märchen, märchenhaft
Regina Pantos, Tobias Scheffel,
Slider

Buchcover, Ehering, Spiegel, read MaryRead, Literaturmagazin online
Sarkophag, rot, Buchcover,
Zum Downloaden:
Autobiografischer Roman
Drama, braun, rot, Häuser, read MaryRead, Literaturmagazin online
Slider