Brief: Martin Luther an Dr. Johannes Rühel

08.06.1526, Brief, grüner Briefumschlag, bunt, Lichtstrahlen, moderne Kunst, Talkirche, Geisweid, Siegen

Wittenberg, 8. Juni 1526

Meinem Herrn und Schwager, Doctor Johann Rühel zu Eisleben, freundlich geschrieben.
     Gnade und Friede in Christo. Das Psalterlein schick ich euch hiermit, lieber Herr Doctor und Schwager; mit dem ich vermag, will ich auch an die Psalmen. Ich habe das Anathema angegriffen, auch zu Dienst und fur Schuld ausgesteupert; drumb seid zufrieden. Wollet auch M. Eisleben von meinetwegen sagen, daß mir meine liebe Käthe von großer Gottes Gnaden einen Hansen Luther bracht hat, gestern vmb zwei, da der Tag im Calender Dat heißt, und daß er sich nicht verwundern wolle, daß ich ihn mit solchem Befehl lasse anrennen; denn er sollt fast umb diese Zeit des Jahrs denken, was es sei, Söhne haben.
    
Grüße mir eure liebe Sohnträgerin und Eislebens Else. Hiemit Gott befohlen, Amen. Jetzt dieses Buchstabens fordert mich die kranke Käthe. Freitags nach Bonifacii, Anno 1526.

Martinus Lutherus

Quelle: Deutsche Luther-Briefe, In Auswahl, von J. Friz (Stadtpfarrer in Ulm), C. F. Amelangs Verlag, Leipzig, o. Jahr

Anmerkungen:
– M. Eisleben: gemeint ist Johannes Agricola
– denn er sollt fast umb diese Zeit des Jahrs denken, was es sei, Söhne haben: hierbei bittet Martin Luther Dr. Johannes Rühel, Johannes Agricola von der Geburt seines Sohnes (Hans) zu unterrichten

Quelle: Lyndal Roper: Luther. Der Mensch Martin Luther, S. Fischer Verlag – Frankfurt am Main, 2016, S. 665 Anm. 28

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