Theo van Doesburg

Siegen, Siegen - Geisweid, Hüttental, niederländischer Dichter, Dadaismus, niederländischer Dadaismus, Bauhaus,Gab es eine Avantgarde in den Niederlanden?

Theo van Doesburg, eigentlich: Christian Emile Marie Kupper, geboren am 30.08.1883 in Utrecht (Niederlande), gestorben am 07.03.1931 in Davos (Schweiz) 1
     niederländischer Typograph, Bildhauer, Kunsttheoretiker,2 Maler, Architekt und Schriftsteller 3
    
Pseudonyme: Theo van Doesburg, I.K. Bonsets, Camini Aldo 1b

Inhalt:
> Die Wegbereiter
> Erste Schritte
> Abstractum
> vereinigt euch
> Ein kleines Zeitfenster: Dadaismus
> Bruch und letzter Lebensabschnitt
> Werksübersicht (unvollständig)

Einzelnachweise

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Die Wegbereiter

Fast unbemerkt vollzog sich in den Niederlanden in der Literaturbranche ein Wandel. Im Dezember 1882 erschien der Band Gedichten von Jacques Perk, ein Paukenschlag, ein Bruch mit dem bürgerlichen Publikum. Die Einleitung zu dem Buch verfasste Willem Kloos, dass inzwischen einem Manifest gleichgestellt wird. Ab da galt für einige Dichter die Devise: „Lyrik ist […] eine Angelegenheit von wenigen, außergewöhnlichen Menschen für andere, ebenso außergewöhnliche.“ Das rief Widerstand hervor. In der Zeitschrift De Gids beispielsweise kritisierte man, dass die jungen Dichter lediglich einen Schein vom Tiefsinn erwecken wollten, tatsächlich aber „Banalitäten in eine >neblige< Form“ kleiden würden. Sechs Jahre später, 1898, gründete Frederik van Eeden die Kolonie Walden Nahe bei Bussum, in der Privateigentum abgeschafft war. Gleichzeitig nahm die Urbanisierung und Industrialisierung rasant zu. Zudem konnten deutlich mehr Jugendliche einen höheren Schulabschluss erwerben als bislang. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den Niederlanden zum ersten Mal sehr ausführlich über die Literatur geschrieben,3b ein Fest für Rezensenten und Literaturwissenschaftler. Es war die Wegbereitung für Die literarische Moderne.

 

Erste Schritte

Am 30. August 1883 wurde Christian Emil Maria Küpper in Utrecht geboren. Er war das letzte Kind von dem Ehepaar Wilhelm Küpper, der als Fotograf arbeitete und Henrietta Margadant. Schon bald nach der Geburt von Christian ging der Vater Pleite, seine Mutter heiratete danach Theodorus Doesburg.4

Mit 16 Jahren begann Christian Emil Maria Küpper zu Malen, ab 1908 verdiente er sein portraet, in-aubetteGeld durch Kunstkritik.5
     1904 verfasste er seine ersten Gedichte. In Amsterdam studierte er bei Cateau Esse dramatische Kunst (wahrscheinlich: Dramaturgie). Sein erstes Werk gab er unter dem Namen seines Stiefvaters heraus. Zudem beschäftigte er sich mit Soziologie, Philosophie und Ethik.4b Der Erste Weltkrieg setzte seinen ersten Schritten ein jähes Ende und er wurde als Soldat an die belgische Front geschickt.5b
    
In Drachten lernte er den Dichter Evert Rinsema und in Rotterdam lernte er 1914 Antony Kok kennen. Mit dem letztgenannten freundete er sich an, sie begannen, gemeinsam zu arbeiten. Außerdem lernte er Lena Milius kennen. Ihr widmete er das Gedicht Mijne liefde, dass am 30. Januar 1915 in der Zeitschrift Eenheid veröffentlicht wurde.4c Im gleichen Monat zog er nach Tilburg.4d

Nach seinem Dienst als Soldat vertrat er die Auffassung, „dass der moderne Lebensrhythmus keine lange, traditionelle Prosa mehr erlaube.“3c Damit schloss er sich den Wegbereitern der Moderne vom Ende des 19. Jahrhunderts an. Zunächst gründete er die Künstlergruppe De Stijl,5c bald darauf wird die Herausgabe einer seiner Zeitschriften denselben Namen tragen. Am Anfang widmete er sich dem Expressionismus, später, als anderswo der Dadaismus schon nicht mehr existierte, begann Theo van Doesburg in den Niederlanden den Dadaismus voran zu treiben.

 

Abstractum

Am 16. Juni 1917 gab Theo van Doesburg zum ersten Mal die Zeitschrift De Stijl heraus.6 Die Vignette, den Schriftzug und das Signet entwarf der aus Ungarn stammende Grafiker und Maler Vilmos Huszár.1c
     Anhand von Manifest I kann dargelegt werden, dass der Kunstauffassung von Theo van Doesburg sowie seinen Kollegen und Freunden eine philosophische Auffassung zugrunde liegt. In De Stijl wurde diese weitergeführt. Man findet darin Spuren von Platon, Georg Friedrich Wilhelm Hegel sowie von dem zeitgenössischen Philosophen Mathieu Hubertus Josephus Schoenmaekers. Das Schlüsselwort der Zeitschrift lautete „Beelding“, einem entliehenen Begriff von Mathieu Hubertus Josephus Schoenmaekers. Dieser Begriff wurde auf Kunst sowie Literatur übertragen. In der Literatur wurde es als „woordbeelding“ bezeichnet und bedeutete, dass Worte von ihren traditionellen Bedeutungen befreit werden sollen, „indem eine tiefere Intensität bloßgelegt wird.“ Einzelne Buchstaben wurden in „piktorale Konstruktionen oder als Klangbilder – vergleichbar den ‚Lautgedichten‘ Hugo Balls – exploriert.“ Die Typographie – X-beelden – soll die „unsichtbare Dimension der Wirklichkeit erfahrbar machen.“3d Dasselbe galt auch für die Kunst. Theo van Doesburg bevorzugte hierbei geometrisch-abstrakte Malerei.

Im November 1918 erschien das erste Manifest, es wurde schlicht als Manifest I bezeichnet. Darin wurde ein Neun-Punkte Programm vorgestellt mit der Maßgabe, was Kunst sein sollte. Mit philosophischem Charakter unterscheidet er zwischen dem alten der-wille-zum-stil_1_stijl_vol_05_nr_03_p_033und neuen Zeitbewusstsein. „Das alte richtet sich auf das Individuelle. Das neue richtet sich auf das Universelle. Der Streit des individuellen gegen das Universelle zeigt sich sowohl in dem Weltkriege wie in der heutigen Kunst.“7 In den darauffolgenden Punkten beschreibt er, inwiefern das alte Zeitbewusstsein dem Neuen im Wege steht und weshalb man sich dem neuen anschließen sollte. Unterzeichnet wurde das Manifest, neben Theo van Doesburg, von dem Architekten Robert van`t Hofft (ein Jahr später verließ er die Künstlergruppe 8), von dem Maler Vilmos Huszár, von dem Dichter Antony Kok, von dem Maler Piet Mondriaan, von dem belgischen Bildhauer Georges Vantongerloo und von dem Architekten Jan Wils.7b
     Mit dem Manifest I wird nicht nur eine neue Kunstrichtung in den Niederlanden eingeläutet, sondern es wendet sich auch gegen jene, die Ende des 19. Jahrhunderts neue Schritte gegangen sind. Noch deutlicher wird es in einem Brief, den Christian Emil Maria Küpper an den deutschen Schriftsteller und Kunstkritiker Friedrich Markus Huebner Juni 1919 schrieb. Unter anderem ist darin zu lesen:

Wenn die Gewichtigkeit unserer Absichten erst heute nach den ausländischen Kunstzentren durchdringt, ist die Schuld daran nicht uns zuzuschicken, sondern an die apriori feindliche Haltung der offiziellen äusserst konservativen Presse, welche die künstlerische und kulturelle Bedeutsamkeit unseres Strebens von Anfang an unterschätzte oder durch vollkommenes Stillschweigen trachtete zu ersticken. Ich nenne in diesem Zusammenhange die offizielle Kunst-journalistik der Herren…“9

Die Herren sind: der Dichter Albert Charles Auguste Plaesschaert, der später als Offizier unter Leopold II. diente,10 Frederik van Eeden, Gründer von der Kolonie Walden, der Schriftsteller Henri Borel, der mit Albert Plaesschaert befreundet war,11 der Schriftsteller Johan de Meester, der Ende des 19. Jahrhunderts zu den Mitbegründern der neuen Form von Literatur angehörte, der naturalistische Schriftsteller Israël Querido, der Schriftsteller Just Havelaar, der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Wilhelm Spohr (während eines einjährigen Gefängnisaufenthalts lernte er die niederländische Sprache 3e), der Schriftsteller Jan Pieter Veth, der Mitarbeiter bei der Zeitschrift De Nieuwe Gids war.12
     Christian Küpper wendete sich an den Expressionisten Friedrich Markus Huebner, zugleich wird deutlich, dass in den Niederlanden ein ähnlicher Konflikt wie in der deutschen Literaturgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorliegt. Auch Christian Küpper alias Theo van Doesburg, gehörte den Expressionisten an. Diese Kunstrichtung kritisierte in Deutschland die Naturalisten und ähnliches zeichnete sich auch in den Niederlanden ab. Dabei ließen sie außer Acht, dass es genau jene waren, die die Moderne eingeläutet hatten.

 

vereinigt euch

Theo van Doesburg reiste im Jahr 1920 quer durch Europa,13 besuchte auch Dadaisten, hielt selber Vorträge über seine Kunstauffassung. Eine Zwischenstation war Weimar, dass für ihn bald eine Veränderung in seinem Leben aber auch in seiner Denkweise werden sollte.

April 1920 verfassten Theo van Doesburg, Antony Kok und Piet Mondrían das zweite Manifest von De Stijl. Darin wurde unter anderem erläutert, dass durch „Syntax, Prosodie, Typographie, Arithmetik, Orthographie“ besondere „Wortverhältnisse und Wortkontraste“ verliehen werden sollen.3f
     In einem kurzen Briefwechsel mit Tristan Tzara fragte Theo van Doesburg im November 1921: „Dadas Temperatur? Ist er tot?. Tristan Tzara antwortete: „Dada ist nicht tot, er war nur auf Urlaub: ich kam gerade von einer mehrere Monate langen Reise in den Orient zurück.“ Der dadaistische Einfluss auf die Werke von Theo van Doesburg sind zu diesem Zeitpunkt schon stark ausgeprägt, aber der letzten Schritt, sich der avantgardistischen Künstlergruppe endgültig anzuschließen, fehlt noch.
    
Zum ersten Mal wurden Gedichte und Texte von Kurt Schwitters Juli 1921 in De Stijl mit dem Untertitel International maandblad voor nieuwe kunst, wetenschap en kultuur (Jg. 4, Nr. 7), veröffentlicht.14 Die Freundschaft zwischen den beiden verband zum einen, dass sie künstlerisch eher Einzelgänger waren. Kurt Schwitters wird später sich um das Abo-Geschäft der Zeitschrift kümmern. Die Zeitschrift wurde insgesamt neu konzipiert.

An den Architekten und Designer, Adolf Meyer und an den Karikaturisten Lyonel Charles Adrian Feininger schrieb Theo van Doesburg in den Briefen, dass er sich in Weimar wohlgefühlt habe und beabsichtige, sich in dieser Stadt für längere Zeit aufzuhalten. Und das tat er auch. Er zog mit seiner Frau Nelly für einige Monate nach Weimar. In Weimar traf er auf die Gruppe Bauhaus, ließ sich von ihnen inspirieren.
     In der Abhandlung Der Wille zum Stil, die im März 1922 in De Stijl (5. Jahr Nr. 4) abgedruckt wurde, kann man den Einfluss durch Bauhaus schon ablesen. Zum einen wird er darin zum Verfechter von einfachen aber ästhetischen Kunst- und Bauwerken, alles Überflüssige darf darin keinen Einzug finden, zum anderen soll der „Stil von heroischer Monumentalität sein.“ Dabei gilt für ihn die Devise: „Kunst ist Spiel und das Spiel hat seine Gesetze.“ Er vergleicht es mit den Maschinen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts neue Möglichkeiten schufen wie das Flugzeug, die man beherrschen und deren Mechanismen verstehen muss. So wie die Maschinen der Funktionalität unterworfen sind, so soll auch die Kunst, Architektur, Musik und Literatur sein. Vorläufer ist nach Ansicht von Theo van Doesburg der Kubismus. Für Theo van Doesburg ist das Ziel nur dann erreichbar, wenn eine Synthese von „Einfalt, Klarheit und vitale Ruhe“ in einem Werk vorhanden ist.15
    
Im gleichen Jahr29. bis 31. Mai 1922 16 – fand in Düsseldorf der Kongress Union fortschrittlicher internationaler Künstler statt. Geplant war, dass sich die verschiedenen Gruppierungen aus vieler Herren Länder sich vereinigen, stattdessen kam es zu einem Eklat und Theo van Doesburg, sowie Raoul Hausmann und Hans Richter verließen den Kongress vorzeitig. Theo van Doesburg war über den Kongress empört, noch am 30. Mai verfasste er Rechenschaft der Stylgruppe (HOLLAND) gegenüber der Union Internationaler fortschrittlicher Künstler. Darin ist sein Manifest I enthalten, seine Kunstauffassung, dargelegt in neun Punkten und seine Absichten, weshalb er zu dem Kongress gekommen sei.17
    
Seine Empörung drückte er auch in De Stijl und in der Zeitschrift Ma aus, sein Resümee:

ein Häufchen von Pfuschern, Schafsköpfen und alten Weibern, das echt preussisch zu Werk gehen wollte und die Moderne zwingen wollte, ihre Internationale mit einem Programm von nicht weniger als 149 Paragraphen anzunehmen.“1d

An einer anderen Stelle schrieb er: Wir arbeiten nun hart an der Internationalen, die noch vor dem Winter zustandekommen muss“ und lädt für September nach Weimar ein.1e Seinem Anliegen wird gerne gefolgt und so kommen etliche Künstler im September nach Weimar. Dort erfährt Tristan Tzara, dass Theo van Doesburg ein Pseudonym ist und verrät ihm seinen bürgerlichen Namen.

 

Ein kleines Zeitfenster: Dadaismus

Während anderswo der Dadaismus schon für Tod erklärt wurde, flammt von 1923 bis 1924 in Amsterdam dieser erst auf. Initiator war Theo van Doesburg, der jetzt unter seinem Pseudonym I.K. Bonsets agiert. In dieser kurzen Zeitspanne gab er die Zeitschrift Mècano heraus, die insgesamt vier mal erschien. Darin waren Beiträge unter anderem von Hans Arp, Serge Charchoune, Paul Eluard, Raoul Hausmann, Man Ray, Georges Ribemond-Dessaignes und Tristan Tzara.1f Die letzte Ausgabe trug den Titel Holland`s bankroet door Dada.1g
     Vom 5. Januar bis 13. April 1923 unternahm Theo van Doesburg mit seiner Frau Nelly und seinem langjährigen Freund Kurt Schwitters eine Dada-Tournée. Eine dadamatinee_den-haag-1923,Zwischenstation war der 10. Januar 1923. In Den Haag fand der Erste dadaistische Abend statt, der als Dada-Feldzug benannt wurde.2b Mit Stolz berichtete er im Schriftverkehr mit Tristan Tzara: „Wir haben bis jetzt 3 Soirees abgehalten, und schon haben alle Zeitungen ellenlange Artikel darüber geschrieben.“ Hätte man die 88 Artikel nebeneinander gelegt, so hätten sie eine Wegstrecke von einem Meter ausgemacht, der von Theo van Doesburg als weiterer Dada-Meter kommentiert wurde.1h Demnach hatten die Artikel durchschnittlich eine Breite von 1,14 cm, um noch deutlicher zu werden, es waren selten Artikel sondern lediglich Randnotizen. Aber von unglaublicher Übertreibung lebte der Dadaismus, Phantasie und Wirklichkeit waren wie Zahnräder, die in einander griffen. Bis heute tun sich Wissenschaftler schwer, die Realität der Dadaisten zu erfassen.
    
März 1923 erschien der Artikel Von der neuen Ästhetik zur materiellen Verwirklichung in De Stijl.18 Der Artikel verdeutlicht vor allem eines: Theo van Doesburg war sehr mit der Architektur beschäftigt und erläuterte ein weiteres Mal, was diese leisten sollte. Dabei sind Farben für ihn von großer Bedeutung. Jeder Satz, jede Zeile hat den Fußabdruck des Bauhaus.
    
Eine weitere Zwischenstation war Belgien, wo er einen Vortrag hielt, auch über Dadaismus. Auf diesem Wege beeinflusste er die konstruktivistische Zeitschrift Het Overzicht (dt.: Der Überblick).

 

Bruch und letzter Lebensabschnitt

Nicht alle seine Wegbegleiter waren über die Einstellungen und Neuausrichtungen begeistert, vor allem Piet Mondrian tat sich schwer. Bis heute ist unklar, was ausschlaggebend war. Fakt ist, dass Piet Mondrian 1925 die Gruppe De Stijl verließ.5d Theo van Doesburg erwähnt es im Brief an Kurt Schwitters vom 17. Mai 1925 nur mit einem Satz. Zu Beginn des Briefes beklagt Theo van Doesburg, dass er mit der typographischen Umsetzung von dem Märchen Die Scheuche ganz und gar nicht einverstanden sei, aber insbesondere war er mit der fehlerhaften Angabe der Urhebers unglücklich, da der Leser nicht wissen kann, wer den Text verfasst hat (Kurt Schwitters) und wer die Illustrationen erstellte.19 Dieser Vorwurf ist für den Dadaismus eher untypisch, denn es gab zahlreiche Zusammenarbeiten und den Anspruch, dass Kunst jedem gehört. Viele haben sich einen Spaß aus dem Urheberrecht gemacht, doch Theo van Doesburg hat offensichtlich großen Wert darauf gelegt. Es soll für alle deutlich sein, was sein Zutun, sein Schaffen, seine Kreation war.
     Überhaupt hat es Probleme gegeben, wie es in den Briefen deutlich wird. Es hat Schwierigkeiten wegen Zahlungen und wegen der Abo-Verwaltung gegeben. Kurt Schwitters hatte die Abo-Verwaltung für Deutschland übernommen und war einsichtig, was seine Provision angeht.20 Ähnlich sieht es zwischen Bauhaus und Theo van Doesburg aus. Auch hier gab es Schwierigkeiten wegen Finanzen, aber auch wegen Veröffentlichungen. Zudem wurde er von der Baushausgruppe ausgeschlossen und er versuchte sich dagegen zu wehren und schrieb einen Brief an Walter Gropius, dem Direktor des Bauhaus in Dessau.21 Mit Hans Arp geht er ebenfalls hart ins Gericht. Theo van Doesburg war wütend, dass er auf seine Gelder warten musste, die nicht eintreffen wollten.22

Von 1925 bis 1926 veröffentlichten Tristan Tzara und auch Theo von Doesburg in den beiden italienischen Zeitschriften Alta tensione und L`Antennna,1i aber die Brüchigkeit innerhalb der dadaistischen Zirkel und den daraus neu entstandenen Strömungen sind unübersehbar. Immer wieder geht es ums Geld aber auch um Termine von Veröffentlichungen. Zudem ist der Holländer gesundheitlich angeschlagen.

1930 gab Theo van Doesburg einmalig die Zeitschrift Art Concret heraus. Im darauffolgendem Jahr gründete er mit anderen in Paris Abstraction-Création.5e Es ist wie das letzte Aufbäumen vor dem Unvermeidlichen. Am 7. März 1931 starb Theo van Doesburg in Davos.

Posthum wurde 1932 der Artikel Caminoscopie unter dem Pseudonym Aldo Camini veröffentlicht.23

1963 lässt sich der neo-avantgardistische Kurs von De Stijl beeinflussen und geben die Zeitschrift de nieuvwe stijl (dt.: der neue Stil) heraus.3g

Im Gegensatz zu anderen Staaten wie Frankreich und Deutschland erreichte der niederländische Dadaismus „nicht das Zentrum der literarischen Debatten“.

Patricia Gandersheim
© read MaryRead 2016

Biografien

 

Werksübersicht (Literatur), unvollständig:

1915: Mijne liefde, Gedicht
1917: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library (): De Nieuwe Beweging in de Schilderkunst
1918: nachzulesen bei Wikisource (): Manifest I (mit weiteren Autoren zusammen)
1919: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library (): Drie Voordrachten over de Nieuwe Beeldende Kunst: Haar Ontwikkeling, Aesthetisch Beginsel en Toekomstigen Stijl

1920: Manifest II von De Stijl
1921: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library (): De Sikkel
1921: nachzulesen bei Wikisource (): Manifest III. Zur neuen Weltgestaltung
November 1921: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library (): Anthologie (veröffentlicht unter dem Pseudonym I. K. Bonsets)

1922: nachzulesen bei Wikisource (): Rechenschaft der Stylgruppe
1922: nachzulesen bei Wikisource (): Der Wille zum Stil. Neugestaltung von Leben, Kunst und Technik
1922 ?: Letterklankbleeden, Buchstabenklangbilder
1923: nachzulesen bei Wikisource (): Von der neuen Ästhetik zur materiellen Verwirklichung
1923: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library ()Wat is Dada?, kleine Schrift
1924: Grundbegriffe der neuen gestaltenden Kunst 13b
1926: Het andere gezicht (deutsch: Das andere Gesicht) 3h
1926: nachzulesen bei Wikisource (): De Stijl
1928: Farben im Raum und Zeit 24

posthum:
1932: nachzulesen bei Wikisource (): Caminoscopie

Herausgaben von Zeitschriften:
nachzulesen bei University of Iowa, Digital library ()De Stijl, sämtliche Ausgaben
1923: nachzulesen bei University of Iowa, Digital library (): Ausgabe 3: Mécano (insgesamt 4 Ausgaben)
1930: Art Concret (einmal)

Briefe:
Juni 1919: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Herr Huebner
4. Februar 1921: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Adolf Meyer
4. Februar 1921: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Lyonel Charles Adrian Feininger
17. Mai 1925: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Kurt Schwitters
28. Mai 1925: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Walter Gropius
18. August 1925: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Kurt Schwitters
15. September 1925: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Kurt Schwitters
23. September 1925: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Kurt Schwitters
24. Januar 1926: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Kurt Schwitters
Mai 1927: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Hans Arp
Juli 1927: nachzulesen bei Wikisource (): Theo van Doesburg an Hans Arp

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Einzelnachweise

1, b, c, d, e, f, g, h, i Raimund Meyer, Judith Hossli, Guido Magnaguagno, Juri Steiner und Hans Bolliger: Dada global, Limmat Verlag – Zürich 1994, S. 436 / S. 62, Sp. 2 / S. 351 / S. 117, Sp. 1 + 2 / S. 63, Sp. 1 / S. 64, Sp. 1
2, b   (): Wikipedia: Theo van Doesburgzuletzt besucht am 13.10.2016 
3, b, c, d, e, f, g, h Ralf Grüttemeier, Maria-Theresia Leuker (Hrsg.): Niederländische Literaturgeschichte, J. B. Metzler – Stuttgart, Weimar 2006, S. 184 – 214, S. 222
4, b, c, d  (): niederländische Wikipedia: Theo van Doesburg, zuletzt besucht am 13.10.2016
5, b, c, d, e (): Moderne Kunst … verstehen!: Theo van Doesburg – Sein Leben, zuletzt besucht 13.10.2016
6 (): Wikipedia: De Stijl, zuletzt besucht am 13.10.2016  
7, b (): Theo van Doesburg (u.a.): Manifest I von De Stijl, zuletzt besucht am 13.10.2016 
8 (): Wikipedia: Robert van`t Hoff, zuletzt besucht am 13.10.2016
9 (): Theo van Doesburg an Christian Huebner, offener Brief in De Stijl, Juni 1919, zuletzt besucht am 13.10.2016
10 (): niederländische Wikipedia: Albert Plaesschaert, zuletzt besucht am 13.10.2016
11 (): niederländische Wikipedia: Henri Borel, zuletzt besucht am 13.10.2016  
12 (): niederländische Wikipedia: Jan Veth, zuletzt besucht am 13.10.2016  
13, b (): Technische Universität Dresden: Theo van Doesburg, zuletzt besucht am 13.10.2016
14 (): Schwitters Stiftung: Kurt Schwitters, zuletzt besucht am 13.10.2016
15 (): Theo van Doesburg: Der Wille zum Stil. Neugestaltung von Leben, Kunst und Technik, De Stijl – Februar 1922, zuletzt besucht am 13.10.2016
16 (): Wikipedia: Union fortschrittlicher internationaler Künstler, zuletzt besucht am 13.10.2016
17 (): Theo van Doesburg: Rechenschaft der Stylgruppe (Holland), De Stijl – April 1922, zuletzt besucht am 14.10.2016
18  (): Theo van Doesburg: Von der neuen Ästhetik zur materiellen Verwirklichung, zuletzt besucht am 14.10.2016
19 (): Brief: Theo van Doesburg an Kurt Schwitters, 17. Mai 1925, zuletzt besucht am 14.10.2016
20 (): Brief: Theo van Doesburg an Kurt Schwitters, 23. September 1925, zuletzt besucht am 14.10.2016
21 (): Brief: Theo van Doesburg an Walter Gropius, 28. Mai 1925, zuletzt besucht am 14.10.2016
22 (): Brief: Theo van Doesburg an Hans Arp, 29. Mai 1927, zuletzt besucht am 14.10.2016
23 (): Theo van Doesburg: Caminoscopie, De Stijl – Januar 1932, zuletzt besucht am 14.10.2016
24 (): Wikisource: Theo van Doesburg, zuletzt besucht am 14.10.2016

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