„Neues ABC Buch“ von Karl Philipp Moritz

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Aha! – Erlebnisse

Wir könnten eine breitgefächerte Aufbruchstimmung gebrauchen, einen Aufbruch, der Neues wagt, der neue Denkmuster zulässt. Das 18. Jahrhundert war solch eine Zeit, man entwickelte neuartige Ideen, revolutionierte die Pädagogik. Einer der Pädagogen war Karl Philipp Moritz, der später gemeinsam mit Johann Wolfgang von Goethe die Weimarer Klassik einläuten wird. Sein Kinderbuch „Neues ABC Buch“ wird zwar zu den Klassikern gezählt, ist jedoch deutlich weniger bekannt wie das Gedicht „Der Zauberlehrling“ von Goethe oder der „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann.
     Erstaunlich ist es schon, dass der „Struwwelpeter“ auch vielen heutigen Kindern bekannt ist, obgleich es der sogenannten „schwarzen Pädagogik“ zugeordnet wird, während weder der Autor Karl Philipp Moritz noch sein Kinderbuch „Neues ABC Buch“ geläufig wäre. Dabei gehörte er zu der Gruppe der Philanthropen mit Johann Bernhard Basedow, Joachim Heinrich Campe und Johann Heinrich Pestalozzi. Innerhalb dieser Gruppe war er einer der wenigen, der nicht ganz so konsequent seinen moralischen Zeigefinger erhob, was ihn sympathisch macht, vielmehr ging es ihm um Vermittlung von Inhalten, wovon das „Neue ABC Buch“ zeugt.

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Ausschnitt aus dem Bilderbuch „Neues ABC Buch“ von Karl Philipp Moritz, © Antje Kunstmann Verlag

In den ersten Bildern seines Bilderbuchs erklärt er, wie Lesen überhaupt funktioniert, worüber man die Buchstaben wahrnimmt, welche Hilfsmittel man einsetzen kann, um in den Zeilen nicht zu verrutschen, wofür die Ohren beim Lesen gut sind und er bezieht weitere Sinne mit ein, heutzutage würden wir es als einen „ganzheitlichen“ Ansatz bezeichnen.
     Waren in der Erstausgabe von 1790 unter dem Titel „Neues A.B.C. Buch welches zugleich eine Anleitung zum Denken für Kinder enthält mit Kupfern von Karl Philipp Moritz. Professor bei der Academie der bildenden Künste in Berlin“ aus technischen Gründen Text und Illustrationen von einander getrennt, die damaligen Kupferstiche stammten von Peter Haas, vermittelten so den Eindruck von unlogischer Struktur, so beweist es heutzutage durch die Zusammenführung von Worten und Bildern das Gegenteil. Anstelle von Peter Haas ist die Neuausgabe von Wolf Erlbruch illustriert. Zum einen übernimmt der Träger des „Astrid Lindgren Memorial Award“ weitest gehend die Struktur des Alphabets, zum anderen greift er zu Mitteln um selbst solche abstrakte Vorgänge wie das Denken darzustellen. In seinen Illustrationen bleibt sich Wolf Erlbruch treu, überwiegend bestehen sie aus Collagen, übernimmt hie und da Ideen und Techniken von bekannten Künstlern, einer davon ist M.C. Escher. Und auch hierin bleibt er sich treu: Einige Bilder wirken zunächst verstörend, erst bei genauerer Betrachtung geht einem ein Licht auf.

Die wundervoll gestaltete Neuausgabe vom Kunstmann Verlag ist kein Buch für zwischendurch, hingegen lädt es den Leser ein, sich mit der komplexen Materie des Lesens auseinander zusetzen, die Darstellungen sind nicht nur hierbei hilfreich, sondern regen Kinder und Erwachsene zum weiter Denken an und fast nebenbei wird ein Kind mit dem Alphabet vertraut gemacht.

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Kinderbuch

Kinderbuch, Alphabet, Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritik, ab 5 Jahre, Bilderbuch, KlassikerKarl Philipp Moritz: Neues ABC Buch
Illustration: Wolf Erlbruch
Mit einem Nachwort von Heide Hollmer
Bilderbuch
Alter: ab 5 Jahre
72 Seiten
gebunden
Format (H x B x T): 301 x 233 x 13 mm
Gewicht: 708 g
erschien: 06.02.2018
Verlag: Antje Kunstmann
ISBN 978-3-95614–225-3
Preis: 20,00 € (D), 20,60 € (A)

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