„Endlich Schule!“ von Jutta Richter

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Aufstand im Kinderzimmer

Der erste Schultag ist für Kinder und Eltern immer aufregend, Kinder kommen sich oft mächtig groß vor, so auch Lena im Bilderbuch „Endlich Schule!“ von Jutta Richter. Lena weiß sehr genau, wozu die Schule nützlich ist, Lesen, Schreiben und Rechnen macht einen von den Eltern unabhängiger.

Unabhängigkeit war auch für Jutta Richter in ihren Jugendtagen wichtig. Mit fünfzehn Jahren ging sie für ein Jahr nach Amerika, doch schon bald plagte sie die Befürchtung, sie könne die deutsche Sprache verlernen und begann deshalb mit dem Schreiben. Dass ihr Schreiben gegen die Angst mehr als erste Versuche waren, beweist die Publikation von 1975 „Popcorn und Sternenbanner. Tagebuch einer Austauschschülerin“ im Herder Verlag.

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Ausschnitt aus dem Bilderbuch „Endlich Schule!“ / Illustration und © Leonard Erlbruch

Während Lena sich auf ihren ersten Schultag freut, überlegt sich ihr Spielzeug – Puppe Annabella Klimperauge, Leo der Stofflöwe und Klaus Teddy – wie das zu verhindern ist. Die drei sind traurig und wütend und befürchten in Lena´s Leben bald keine Rolle mehr zu spielen, dass sie ausgedient haben.

Mit „Annabella Klimperauge“ hat die deutsche Schriftstellerin eine Figur wieder belebt, 1989 erschien ihr gleichnamiges Kinderbuch im Bertelsmann Verlag.
     Jutta Richter wurde für ihre Bücher mehrmals ausgezeichnet, unter anderem für das Kinderbuch „Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen“ erhielt sie 2001 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

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In großzügigen Illustrationen gibt Leonard Erlbruch den Text wieder. Die Bilder sind übersichtlich gestaltet, weisen eine geschlossene Form auf, Details sind durch schwarze Tusche hervorgehoben ohne aufdringlich zu wirken. Mit dieser Gestaltung kann ein Kind, auch wenn es noch nicht lesen kann, die Erzählung eigenständig erfassen, die Vorstufe vom Lesen. Zugleich wird in den Bildern freilich nicht alles verraten, die Neugier über den Plan der Kuscheltiere und das Denken von Lena werden geweckt.

Falls einem der Name Erlbruch bekannt vorkommt: Ja, Leonard Erlbruch ist der Sohn von Wolfgang Erlbruch, der zuletzt das Kinderbuch „Neues ABC Buch“ von Karl Philipp Moritz illustrierte. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Illustrationen von Leonard Erlbruch ein Abbild seines Vaters darstellen würden, im Gegenteil, er hat seinen ganz eigenen Stil.

Lena darf an ihrem ersten Schultag ihr Spielzeug mitnehmen und ihre Kuscheltiere erleben in der Schule eine Überraschung.

Neben dem Aufstand der Kuscheltiere legt Jutta Richter in ihrem Bilderbuch den Fokus auf die Sinnhaftigkeit der Schule, Kinder können von ihrem ersten Schultag an profitieren. Da die Worte aus Kindermund kommen, wird das lehrerhafte und damit der moralische Zeigefinger geschickt vermieden. – Gut so!

© read MaryRead 2018

► Kinderbuch

Rezension, Buchbesprechung, Literaturkritik, Kinderbuch, Bilderbuch, ab 4 Jahre, read MaryRead, Literaturmagazin onlineJutta Richter: Endlich Schule!
Illustration: Leonard Erlbruch
Bilderbuch
Alter: ab 4 Jahre
32 Seiten
gebunden
Format (H x B x T): 286 x 226 x 80 mm
Gewicht: 406 g
erschien: 06.03.2018
Verlag: Hanser
ISBN 978-3-446-25901-0
Preis: 14,00 € (D), 14,40 € (A)

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